Der verlorene Österreicher, die neue Bar in Wien, eine fesselnde Saga: Mediterrane Wochenschau CLXIV

Hier kommt der einzige Newsletter, der den tapferen kleinen Marcel grüßt, einen sechs Jahre alten Österreicher in blauer Badehose. Der Kleine marschierte anderthalb Kilometer auf der Suche nach seinen Eltern über den Strand und blieb weinend genau vor unserem Sonnenschirm stehen. Ich war nicht da, aber meine deutsch sprechende Tochter übersetzte dem Bagnino, was Marcel auf dem Herzen hatte. Sie brachten ihn zum Haupteingang des Strandes und riefen mehrfach über Lautsprecher seine Eltern aus, doch ohne Erfolg. Das Problem: Die Eltern waren so weit weg (nämlich am Hundestrand »Lido di Fido«), dass erstens niemand dem kleinen Marcel glaubte (sooo weit konnte er doch unmöglich gelaufen sein?) und dass zweitens die Durchsagen gar nicht bis dorthin drangen. Am Ende gab es aber ein Happy End.

Montag, 14. August

Irrer Zufall: Kurt Schmied hat gerade in Wien eine italienische Pop-Up-Bar eröffnet. Auf der Suche nach Inspiration stieß er im Internet auf mein Buch, und ihm gefielen die Farben des Covers so gut, dass er sie für seine Bar nutzte.

Ist aber auch schön geworden (Illustratorin: Katharina Ralser). Weil es, im Gegensatz zu vielen anderen Italien-Büchern, ohne grün-weiß-roten Kitsch auskommt und uns trotzdem sofort in den Süden entführt. Freut euch auf das Cover des Nachfolgebandes (März 2024), das wird wieder was ganz Besonderes!

Dann war er in Grado und sah das Buch in der Auslage einer Buchhandlung. Er kaufte es und war ganz verblüfft, dass es von Grado handelt, seinem Urlaubsort. Also besuchte er Pinos Bar und traf zufällig auf die ganze Bande. 

Pino, Autor, Barista.

Schaut doch mal in seiner Bar vorbei, grüßt ihn und macht ein Foto. Die Bar heißt »Grande Casino!« und liegt in der Summerstage Sport Arena, Rossauer Lände 17 – obere Ebene, bei den Trampolinen. Ich werbe ja sonst für nichts und niemanden (außer für mein eigenes Zeug), aber dieses Mal mache ich gern eine Ausnahme. 

Dienstag, 15. August

Ferragosto ist der Höhepunkt des Sommers, und in Italien hat sich die Tradition des gemeinsamen Grillens mit Freunden eingebürgert, auch wenn den Italienern das Wort »Barbecue« schwer über die Lippen kommt und sie lieber von einer »grigliata« sprechen – der Nationalstolz auf die eigene Küche, ihr wisst schon. Ich durfte auch mal ans Feuer, denn zumindest beim Grillen traut man uns Deutschen endlich mal was zu. 

Allerdings war ich nur zuständig für die frittierten Salbeiblätter und die Maiskolben. Immerhin: Meine Schwiegermutter hat zum ersten Mal in ihrem Leben einen Maiskolben gegessen (»das habe ich bisher immer nur in amerikanischen Filmen gesehen«). Und es hat ihr geschmeckt!

Mittwoch, 16. August

Apropos Schwiegermutter: Sie hat einen eigenen elektronischen Posten im Café Manzoni, wo sie jeden Vormittag Hof hält. Sie will ihren Kaffee nicht nur bloß schiumato, sondern geradezu überbordend mit Milchschaum. 

Lebensziel: in deiner Stammbar mit deinem Extrawunsch auf der Karte stehen.

Donnerstag, 17. August

Mein Kumpel Detlef Jens und ich sind gemeinsam um die Welt gesegelt. Naja, jedenfalls um meine Welt. Er lebt auf einem Boot im Hamburger Hafen und hat tatsächlich schon mehrere echte Weltumseglungen hinter sich, ich lebe in Grado und war mit ihm vor ein paar Jahren an meinen Lieblingsorten essen. Hey, jeder, wie er kann!

Hier segeln wir durch die Lagune (= essen im Androna).
Und hier gibt’s selbstzerklopfte Krebse im Ai Ciodi.

Jedenfalls war Detlef so nett, auf seinem wunderbaren Blog Literaturboot.de mein Buch »Beach Life« vorzustellen, samt Interview mit mir. Schaut doch mal vorbei.

Apropos Bücher: Band 1 meiner großen Familiensaga erscheint im Dezember.

Es ist ein Buch für alle, die Familiensagas lieben. Und es ist ein Buch für alle, die Familiensagas bisher vermieden haben. Es ist ein Buch für große Gefühle – wie es 1947 auch nicht anders sein kann, mitten in jener düsteren Stunde Null, in der das Wirtschaftswunder noch in weiter Ferne lag, die Menschen um ihr Überleben kämpften und sich alles noch zum Schlechteren wenden konnte.

Alle Arten von Verrat. Hunger, Schmuggel, Spionage – und der Aufbruch in ein neues Leben. Und das alles erzählt von mir. Italien kommt natürlich auch vor! Die Saga wird euch gefallen, versprochen. Bestellt das Buch gern in eurer Lieblingsbuchhandlung oder hier vor. Band 2 erscheint im Frühjahr 2024, Band 3 im Herbst 2024.

Ich wünsche euch allen ein wunderbares Wochenende – bis nächsten Freitag!

Zur letzten »Mediterranen Wochenschau« mit den rätselhaften Einbrüchen geht es hier entlang.

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