Hier kommt der einzige Newsletter, der von seinen Leserinnen und Lesern reich beschenkt wurde. Grazie! Von der letzten Buchtour kam ich mit Obstbränden, Mozartkugeln, Honig, sauren Zipfeln, Wein und vor allem mit diesem personalisierten Badeentchen zurück.

Über die Brille müssen wir zwar noch einmal reden, aber das ist natürlich ein grandioses Präsent und bekommt einen Ehrenplatz auf meinem Schreibtisch. Danke, Sonja und Andreas!
Vorab, weil die Seiten so beliebt sind und die meisten von euch sich bald gen Süden aufmachen: Meine 53 Tipps für Grado stehen hier, und alle Neuerungen 2025 lest ihr hier. Beide Seiten aktualisiere ich ständig. Und Bewegtbilder mitten aus dem italienischen Leben gibt es auf Instagram unter @buch_und_wein.
Montag, 19. Mai
Letzte Woche sind Teile des Schwimmbaddachs abgeplatzt – mitten im Betrieb übrigens, 15 Menschen waren im Wasser. Verletzt wurde niemand, denn es regnete nur Gips herab, wie ja überhaupt die ganze Struktur nur aus bröseligen Leichtmaterialien zu bestehen scheint.

Die Baufälligkeit überrascht niemanden so recht, denn es ist beinahe ein Wunder, dass das Schwimmbad überhaupt so lange stabil geblieben ist. Es wirkt immer, als werde es von Tesafilm und Stoßgebeten zusammengehalten. Einfach alles daran ist schiach, ein österreichisches Wort, das ich als Norddeutscher sehr schätze, klingt es doch genau so wie das, was es ausdrückt. Und ich weiß, wovon ich rede, habe ich mir doch erst vor sechs Wochen eine Mitgliedschaft fürs Schwimmbad gekauft und ein paar Mal meine Bahnen durch wässriges, schiaches Geläuf gezogen. Und erst die Umkleidekabinen – ah, ein Jugendherbergs-Alptraum.
Zur generellen Schiachheit (das Wort machen wir ab jetzt zum Substantiv – oder lieber Schiachichkeit?) passt, dass man nur mit Badekappe schwimmen darf, was dem Erlebnis einen ganz besonders schreckenerregenden Fünfzigerjahre-Hauch verleiht.
Aber jetzt hat es sich erst mal ausgeschwommen, das Schwimmbad bleibt vorerst geschlossen. Gut, dass die Freiluftsaison beginnt.
Dienstag, 20. Mai
Aber es ist noch ganz schön frisch. Auch wenn der Autor insistiert, dass es doch schon losgehen kann, während der Rettungsschwimmer das anders sieht:

Mittwoch, 21. Mai
Und noch etwas beginnt: der Restaurantbetrieb. In diesen Tagen haben auch die letzten Gaststätten aufgesperrt, und wegen des Personalmangels – ein Problem, das auch in Österreich und Deutschland nicht unbekannt ist – machen manche aus der Not eine Tugend. So bieten die Brüder Attias und Allan Tarlao in ihrem All’Androna, für viele das beste Restaurant der Insel, nun am Mittag keine vollständige Speisekarte mehr an, sondern stattdessen die typischen venezianischen cicchetti, fantasievoll belegte Brote und sonstige Häppchen wie gefüllte Oliven oder eingelegte Sardelle auf Perlzwiebelchen.

Und ganz ehrlich: Auch im genussvollen, opulenten Italien setzt sich zur Mittagszeit niemand mehr zur vollen Oper Antipasto, Primo, Secondo und Dolce hin.
Donnerstag, 22. Mai
Manchmal läuft das Universum irgendwie synchron. Denn in dieser Woche stellten mir gleich zwei Leser die Frage, ob Pino wirklich Pino heißt oder ob das, so einer der Leser, ein »Künstlername« sei. Hier meine Antwort aus der Mediterranen Wochenschau vom 22. November 2024:
Ich habe nach zwanzig Jahren in Pinos Bar erfahren, dass Pino gar nicht Pino heißt. Sondern Giuseppe. Denn Pino ist die Verkleinerungsform – ein Diminutiv – von Giuseppe (»Giuseppino« –> »Pino«). Ich habe Pino gefragt, wann er das letzte Mal Giuseppe genannt wurde. Er konnte sich nicht erinnern. Er hieß schon als Kleinkind Pinuccio, was ein kurioses Diminutiv eines Diminutivs ist. Etwa so wie Schatzileinchen.

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Und hier noch zwei Zuschriften von dieser Woche, über die ich mich sehr gefreut habe.
Hallo Herr Maiwald, wir sind treue Leser aller ihrer Bücher und lieben ihren Stil zu schreiben. Dies haben wir ihnen bei unserem letzten Treffen mit dem Autor am Strand im Vorjahr persönlich mitgeteilt. Jetzt haben wir ihr neuestes Buch »Mein Leben am Strand« gelesen und sind völlig begeistert. Sie schaffen es in ihrer humorvollen Art das Leben am Strand zu schildern und in die Hintergründe der italienischen »Strandseele« zu blicken. Wir besitzen in Pineta eine direkt am Meer gelegene Terrassenwohnung und verbringen dadurch im Frühling und Herbst viel Zeit am Strand. Damit bleibt uns diese italienische Lebensart nicht verborgen und wir haben uns dieser bereits angepasst. Zu Hause haben wir immer Erklärungsbedarf wie: Was macht ihr dort den ganzen Tag und immer am selben Ort!! Dank Ihres Buches haben wir jetzt genügend Argumente gesammelt, um die Hintergründe besser schildern zu können. Wir wünschen Ihnen viel Kreativität sowie Erfolg und auf ein Wiedersehen!
Und zum Podcast »Radio Adria«:
Wieder ein toller Podcast! Ich habe mein Leben auch schon vor längerer Zeit ritualisiert. Egal, privat oder beruflich. Die Tage haben mehr Struktur und man kann sich jeden Abend meist auf den nächsten Tag freuen. Marktbesuche stehen bei uns auch jeden Freitag und Samstag auf dem Programm, einmal im Monat versuchen wir ins benachbarte Salzburg auf den Schrannenmarkt zu gehen. Gut fand ich den Hinweis, dass man in Italien nicht mehr ein komplettes Menü essen muss. Ich bin mir trotz häufiger Besuche in Italien immer nicht ganz sicher, ob ich mich richtig verhalte, wenn ich nur zum Beispiel Vorspeise und Nudeln esse. Aber künftig werde ich mir das auch trauen und mein Mann wird dich für diese Aussage sehr schätzen, da ich ihm bisher immer davon abgehalten habe, nur seine geliebte Pasta zu essen, und ihm mehr Gänge aufgedrängt habe.
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Und jetzt wünsche ich euch ein wunderbares Wochenende!
Alles über meine Bücher lest ihr hier.
Und denkt an den Fotowettbewerb zu »Mein Leben am Strand«, es gibt zwei feine Buchpakete zu gewinnen. Einzelheiten stehen hier. Ihr könnt mir die Fotos per Mail schicken (stefan.maiwald@golfmagazin.de oder radioadria@gmx.de), per Facebook (dort findet ihr mich unter meinem Namen), via Instagram (@buch_und_wein) oder dort selbst posten und mich markieren. Und: Der Wettbewerb geht über den ganzen Sommer.
Die nächsten Lesungen
23. Mai: Bad Radkersburg (heute, Freitag, 16.30 Uhr im Thermalhotel Fontana kommt vorbei!)
24. Mai: Bad Radkersburg, Altstadthaus
26. Mai: Villach, Thalia
27. Mai: Judenburg, Morawa
28. Mai: Leoben, Morawa
Und wir sind auch schon am Basteln der Herbstreise hier ist der erste Termin:
1. Oktober: Wien, Thalia – Weltpremiere des neuen Buchs »Alle weg«
