Hier kommt der einzige Newsletter, der erschöpft am Strand liegt. Ganz schön warm hier. Selbst die Druckerschwärze der Rätselzeitschriften scheint zu verlaufen und irgendwie unscharf zu werden. Aber es könnte auch sein, dass ich mir endlich eingestehen muss, eine Lesebrille zu brauchen.
Eilmeldung vorab: Morgen, am Samstag, kommt Folge 8 meines Podcasts Radio Adria raus, und auf euch wartet die Sonderfolge mit vielen Geheimnissen. Erst geht es um den Aberglauben, dann um mysteriöse Orte an der Küste und im Hinterland. Wird euch gefallen! Überall, wo es Podcasts gibt, zum Beispiel hier und hier, und überall kostenlos.

Montag, 11. August
Einmal im Jahr muss es sein: Die Padellata in Pineta Beach am Pineta-Strand, ein echter Wohlfühlort. Da muss Papi mal nicht selbst kochen, sondern nur die Teller und Pfannen an der Ausgabe holen.


Die Erholung habe ich mir auch verdient, denn ich musste ja am Tag zuvor für meinen Schwiegervater Spaghetti vongole zubereiten. Wie das ausgegangen ist? Den Film dazu (ich kann ihn hier leider nicht einbinden) plus Kommentar des Schwiegervaters gibt es auf meinem Instagram-Account @buch_und_wein.

Dienstag, 12. August
Harter, unumgänglicher Themenwechsel, denn beinahe hätte es auf dem Campingplatz Punta Spin eine Tragödie gegeben: Ein sechsjähriges Mädchen aus Triest wurde im Schwimmbecken von der Filteranlage am Grund des Pools so unglücklich am Bauch angesaugt, dass es nicht mehr auftauchen konnte. Was für ein Alptraum. Nach einer langen Minute wurde es von seinem Großvater und einem Rettungsschwimmer befreit. Das Mädchen war bei Bewusstsein und kam dennoch sofort mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus nach Udine. Anscheinend hat es alles unbeschadet überstanden – also tief durchatmen und zur Feier des Tages für die Kleine eine extragroße Fanta on the rocks bestellen. Für die Platzbetreiber ist der Vorfall dagegen noch nicht vorbei: Die Carabinieri ermitteln.
Mittwoch, 13. August
Der Luna Park am alten Strand ist einfach schiach – eines meiner österreichischen Lieblingswörter, weil es genau so klingt wie der Zustand, den es beschreibt: ein Zisch- und ein Röchellaut, von einem wackligen Diphthong zusammengehalten. So wacklig wie die Fahrgeschäfte im Sand? Nein, erklärte mir ein Statiker aus Villach in der Bar Manzoni. Das langjährige Mitglied unserer Newsletter-famiglia habe sich das mal genauer angesehen und hätte keine Bedenken, die Fahrgeschäfte seien stabil. Auch der Betreiber des Luna Parks verteidigt sich: Alles sei mit der Gemeinde abgesprochen, und man habe auch vorab das Gespräch mit allen Beach-Club-Betreibern gesucht (die sich in einem gemeinsamen Brief an den Bürgermeister über den Luna Park bitter beschwert haben).
Vor allem aber konnte ich einem studierten Statiker endlich mal die Frage stellen, ob Grado, das ja im recht erdbebenaktiven Friaul liegt, wirklich durch den sandigen Untergrund besonders erdbebensicher sei, weil der Sand wie ein Dämpfer wirke. Ja, das stimmt, bestätigte er mir – wir sind also auch diesbezüglich eine Insel der Seligen.
Donnerstag, 14. August
Jetzt muss ich noch zwei zauberhafte Zuschriften mit euch teilen, bevor ich euch in den Ferragosto entlasse:
Lieber Herr Maiwald, danke für ihr tolles Buch. Erst fiel es mir aufgrund des Covers in die Hände. Dann war es natürlich das Strandleben, was ich auch sooooo liebe. Und dann die große Überraschung: ein Buch über Grado! Sensationell, ich wusste noch nicht mal das es diesen Ort gibt. Ich bin fasziniert und entzückt. Und da dieses Jahr eh noch ein Besuch in Triest ansteht, habe ich wegen ihres Buchs gleich ein Besuch auf Grado gebucht. Ihre Erzählungen und ihr Scharfsinn ist fantastisch und ich muss es mit eigenen Augen sehen. Danke für dieses besonderen Strandreiseführer. Wundervolle Strandtage noch mit ihrer Familie. Liebe Grüße, ihr neuer Fan E.
Lieber Stefan, mein Name ist A. und ich bin eine Leserin des Buchs »Meine Bar in Italien«. Ich sitze gerade an der Adria in meinem Stammhotel gemeinsam mit 30 meiner engsten Freunde und Familienmitglieder. Wir fahren hier seit mittlerweile 27 Jahren her. Dieses Jahr hatte mein Vater eine besondere Idee, in der dein Buch im Zentrum gestanden ist. Er hat es zuvor in Wien gelesen und es hat ihm so gut gefallen, dass er für jede Familie ein Exemplar gekauft hat. Aber nicht nur das, sondern war das Buch im Zentrum einer Schatzsuche, die er als Überraschung für uns alle geplant hat. Deswegen sind wir heute alle gemeinsam mit deinen Büchern bewaffnet über den Strand gelaufen auf der Suche nach Hinweisen. Mein Vater hat die Enoteca da Pino übrigens auch vor 3 Wochen besucht, nur um sich von deinen großartigen Erzählungen zu überzeugen (die Erwartungen wurden sogar übertroffen – Vitello Tonnato und ein Merlot). Danke für das italienische Lebensgefühl, dass du uns durch das Buch vermittelt hast. Liebe Grüße, A. und 30 weitere begeisterte Leser:innen
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Jetzt aber rein ins Wasser, rein ins Wochenende!
Alles über meine Bücher lest ihr hier.
Die letzte Wochenschau mit dem Ärger um Grados Leibgericht lest ihr hier.
Die Wochenschau mit den faszinierenden Fotos von Grado aus dem Jahr 1909 lest ihr hier.
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