Hier kommt der einzige Newsletter mit gleich zwei Liebesgeschichten! Als Erstes reden wir von L. und T., die mich in Pinos Bar besucht haben. Ein sehr nettes Paar. Und wie sind sie zusammengekommen? Er hat ihr per WhatsApp Sprachnachrichten geschickt, in denen er ihr Kapitel aus »Meine Bar in Italien« vorgelesen hat. Und das fand sie sehr romantisch. Oh, wie schön. Zur Hochzeit will ich eingeladen werden!
Und wenn ihr die zweite schöne Liebesgeschichte lesen wollt, dann springt zum Dienstagseintrag. Dort seht ihr auch das wohl berühmteste italienische Foto der Nachkriegszeit.
Zudem war ich bei Servus TV zu Gast, nämlich in Gerhard Jelineks Reportage »Sonne, Strand und Sehnsucht – die Liebe der Österreicher zur Adria«. Schaut mal rein.
Und Delfine kamen auch noch vorbei! Anja und Helmut Fuchs schickten das Beweisfoto.

Und als Letztes: In der neuen Folge von Radio Adria geht es um das schwer zu fassende Geheimnis der Bella Figura. So kommt ihr stilvoll ins Wochenende.
Also, was erwartet euch diese Woche?
- Grado empfängt die Nummer 1
- Eine Liebesgeschichte für die Ewigkeit
- Die Hitze lässt die Gastro-Gewinne schmelzen
- Warum Italiener nicht im Meer schwimmen: Der Beweis!
Montag, 10. August
Ihr wisst, ich kämpfe damit, ein einigermaßen vernünftiger Tennisspieler zu werden. Und vielleicht einmal bei der Clubmeisterschaft für eine kleine Sensation zu sorgen. Tja, das hat sich wohl seit heute erledigt. Thomas Muster ist soeben Mitglied im Tennis Club Grado geworden. So cool!

Wie ihr wisst, ist der Club schwer exklusiv: Der Jahresbeitrag kostet schwindelerregende 100 Euro. Schaut doch mal vorbei, vielleicht beim nächsten Grillabend. Der ist immer sehr stimmungsvoll.
Dienstag, 11. August
Manche Reisen sind mehr als nur Urlaub. So wie die Reise von Anna Maria Cocchi. Die 95-Jährige lebt seit Jahrzehnten in Florida. Doch jetzt stieg sie ins Flugzeug und flog zurück nach Triest, in die Stadt ihrer Kindheit. Ein letzter Besuch an den Orten, die sie nie vergessen hat. Die Geschichte sprach sich schnell herum, und Bürgermeister Roberto Dipiazza empfing sie im Rathaus.
Anna Maria wanderte 1955 aus. Die Geschichte dahinter ist fast noch schöner als die Reise selbst: Nach dem Zweiten Weltkrieg lernte Anna Maria in Triest einen amerikanischen Soldaten kennen. Sie verliebten sich und heirateten, und sie folgte ihm in die USA. Gemeinsam mit ihrer Freundin Graziella Cirrincione verließ sie Italien damals per Schiff ab Livorno. Die beiden Frauen waren mit amerikanischen Soldaten verheiratet und begannen gemeinsam ihr neues Leben in Amerika. Diese Freundin, Graziella Cirrincione, ist die junge Frau auf einem der berühmtesten Fotos der italienischen Nachkriegsgeschichte. Der Fotograf Ugo Borsatti hielt sie beim tränenreichen Abschied von ihrem amerikanischen Verlobten am Bahnhof fest – ein Bild, das in Italien bis heute jeder kennt.

Anna Marias Lebensmotto lautet: »Mai molar« – Triestiner Dialekt für: »Niemals aufgeben.« Gutes Motto.
Mittwoch, 12. August
Die Hitze macht besonders den Gastronomen Kummer. Denn zur Mittagszeit bleiben die Trattorien leer. Wer hat schon Lust, sich bei 35 Grad ein komplettes Menü ins Gesicht zu stellen – oder auch nur eine dampfende Pizza aus dem 300 Grad heißen Ofen? (Nebenbei: Köche und Pizzabäcker sind die Helden des Sommers. In den winzigen Altstadtküchen herrschen Saunabedingungen.) Auch Alkohol wird weniger konsumiert. Das mag ohnehin im Trend liegen, aber die Temperaturen tun ein Übriges. Manche Wirte reagieren: Das renommierte Androna in der Altstadt bietet nun tagsüber eine kleine, unkomplizierte Bistrokarte an.

Auch am Abend gibt es Probleme: Während früher viele Urlauber schon ab 18 Uhr die Pizzerien bevölkerten, bleibt der frühe Ansturm aus, und die Wirte können die Tische nicht mehr dreimal, sondern vielleicht nur noch zweimal pro Abend vergeben – das ist über viele Wochen in der Kasse spürbar.
Übrigens sind auch die großen Cafés auf Venedigs Markusplatz menschenleer. Schutzlos der Sonne ausgeliefert, flüchten die Touristen lieber in Museen. Was aber auch nicht funktioniert, denn in einigen der berühmtesten Museen der Lagunenstadt herrschen inzwischen Temperaturen von bis zu 35 Grad. Besonders betroffen sind der Palazzo Mocenigo, der Palazzo Ducale, das Museo Fortuny und der Uhrturm am Markusplatz. Das Problem: Klimaanlagen lassen sich in vielen historischen Gebäuden nur sehr eingeschränkt einbauen. Sie könnten die empfindlichen Kunstwerke oder die jahrhundertealte Bausubstanz beschädigen. Ein Kollege vom Corriere della Sera spricht gar von der »Hitzefalle Museum«. Auch die Angestellten leiden: Nun gibt es Rotationspläne, sodass niemand über die gesamte Schicht im heißesten Raum wachen muss.
Zurück auf Grados Restaurantmeile: Ist die Zurückhaltung im Konsum nur der Vorbote einer größeren Krise? Und das, wo doch gerade auf mehr Service und mehr Komfort gesetzt wird und die Strände mit immer mehr Brimborium aufrüsten – was die Schirme und Liegen entsprechend teurer macht. Das könnte der falsche Weg sein und künftig einen Ansturm auf die freien Strandabschnitte beflügeln.
Aus Jesolo kommt schon die Meldung des Do-it-yourself-Spritz: Touristen setzen sich am Abend an den Strand statt in die Bar, haben eine Flasche Aperol und Prosecco aus dem Supermarkt dabei und mixen sich den Sundowner selbst. Das ist günstig und – jedenfalls mit der richtigen Begleitung – auch romantisch.
Donnerstag, 13. August
In einer meiner letzten Podcastfolgen hatte ich ja davon berichtet, dass Italiener nicht im Meer schwimmen, sondern das Wasser als sommerliche Piazza nutzen: Man trifft sich und man plaudert.
Danach habe ich viele tolle Fotos von euch bekommen, die meine These belegen. Aber besonders imponiert hat mir das Foto von Ulla G., die dazu aus Ligurien schrieb:
Lieber Herr Maiwald,
die Folge Ihres Podcasts über die italienischen Nicht(gern)schwimmer hat mich sehr amüsiert. Die Ferienwohnung meiner Freundin gehörte einst ihrer Nonna. Richtig italienisch, richtig authentisch. Mit Terrazzoböden und einem tollen Balkon mit Markisen zum Rauskurbeln und den dazugehörigen angebrachten Wäscheständern, an denen die Wäsche in den Innenhof baumelt.
Und am Strand, Spiaggia libera natürlich, als richtige »Bettler«, entstand ein Foto,das ich Ihnen gerne zukommen lassen wollte. Es beschreibt genau diese Szene,welche Sie geschildert hatten. Dieses Treffen der einheimischen Bevölkerung fand jeden Abend so gegen 17-18 Uhr statt. Es war einfach großartig. Und wirklich so typisch …

Jetzt wünsche ich euch ein wunderbares Wochenende.
Zu allen Podcast-Folgen geht es hier entlang. Sucht euch was Schönes raus!
Alles über »Espresso unter Sternen« lest ihr hier.
