Hier kommt der einzige Newsletter, der noch zwei aufregende Lesetermine absolviert hat: Als erstes war ich beim Festival von Woman Balance im Stift Ossiach, danach bei der Buchmesse Bücher(T)räume auf dem Mariahilfberg in Gutenstein. Danke an alle, die vorbeigekommen sind!






Fotos: Nicole Viktorik, Sandra Gräf.
Aber jetzt verschwinde ich bis April in der Schreibklausur. Meine öffentlichen Auftritte beschränken sich auf den morgendlichen Kaffee bei Pino.
Montag, 19. Oktober
Ich bin indirekt in einen sehr rätselhaften Fall reingezogen worden. Am Donnerstag wollte ich meine Tochter vom Bahnhof am Flughafen Triest abholen. Ich wartete, der Zug verspätete sich um zehn Minuten, dann um zwanzig. Und das ist in Italien eher ungewöhnlich.
Dann rief mich meine Tochter an: Der Zug steckte in Cervignano fest, weil ein Mann auf den Gleisen von einem Zug erfasst worden war.
Ich fuhr von Triest nach Cervignano und holte meine Tochter ab. Alle Züge auf der Strecke mit mehr als 2000 Menschen steckten fest, darunter auch viele Pendler aus Grado. Meine Tochter hatte Glück, dass der Zug genau am Bahnhof stand. Wir haben nur eine Stunde verloren, andere den ganzen Abend.
Alles deutete auf einen Suizid hin. Ruhe in Frieden, aber ein Selbstmord vor dem Zug ist brutal. Erstens für dich selbst. Zweitens machst du damit auch den Lokführer todunglücklich. Der kann auch nicht mehr schlafen. Angeblich soll es einen von zwei Lokführern im Berufsleben treffen. (Sagt man eigentlich noch Lokführer, oder heißen die inzwischen anders?)
Aber die Geschichte ist damit nicht vorbei. Ich war in den Tagen darauf auf Lesereise und habe meine Frau gefragt, ob die Presse berichtet hat.
Ja, die Presse hat berichtet: Auch Tage später weiß niemand, wer der Mann ist, der vom Zug überrollt wurde. Niemand im Umkreis von vielen hundert Kilometern wird vermisst, auf den die Beschreibung passt. Auch die Fingerabdrücke ergaben keinen Treffer.
Und damit ist der feine Herr Autor natürlich angeknipst. War es kein Selbstmord, sondern Mord? Und warum konnte man die Fingerabdrücke nicht zuordnen? Schließlich werden beispielsweise auch Asylbewerbern bei der Registrierung Fingerabdrücke abgenommen. War der Mann erst vor Kurzem nach Italien gekommen? Hatte er überhaupt Papiere? Und warum vermisste ihn niemand? Ich bin sehr gespannt, wie die Geschichte weitergeht.
Dienstag, 20. Oktober
Ich habe mir mit meinem neuen Buch ja ein Jahr Zeit gelassen, und es erscheint erst im April (seid ihr schon in den Lostopf gehüpft?). Aber falls ihr eine Italienerin oder einen Italiener beschenken wollt – seit heute gibt es »Espresso unter Sternen« auf Italienisch. Unter dem wunderschönen Titel »Caffè sotto le stelle«.

Das Buch eignet sich auch sehr gut dazu, am eigenen Italienisch zu feilen.


Mittwoch, 21. Oktober
Das Rätsel um den Toten vorm Zug hat sich aufgelöst, dank der Auswertung der Überwachungskameras in der Nähe des Unglücksorts: Es handelt sich um den 60-jährigen Mauro T. aus Monfalcone. Die Nachbarn beschreiben ihn als ruhigen, höflichen Menschen, der offenbar mit ein paar Problemen zu kämpfen hatte – so zog er sich nie den Jahreszeiten entsprechend an, wie ein Nachbar berichtete –, aber stets freundlich grüßte. Angehörige hatte er keine. Ob es ein Selbstmord oder ein Unfall war, ist völlig unklar. Und wird sich wohl nie aufklären lassen.
Donnerstag, 22. Oktober
Uns steht in Grado das italienischste Wochenende des Jahres bevor: Erstens findet das berühmte Gesangsfestival statt, das sogar älter ist als das von San Remo. Zweitens verwöhnen uns die Trattorien in der Altstadt beim Gourmetfestival »Calli di Bacco« mit ihren Spezialitäten. Das Konzept ist genial: Die Trattorien bauen einen kleinen Stand vor der Tür auf, sodass man entspannt bummeln und überall naschen kann. Winzer der Region bieten dazu ihre Weine an. Falls ihr vor Ort seid: Wir sehen uns bestimmt in der Altstadt.
Und falls ihr nicht vor Ort seid: Am Sonntag um 20.15 Uhr zeige ich im WDR in der Reisesendung »Wunderschön« der Moderatorin Judith Rakers Grado und die Lagune.



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Jetzt wünsche ich euch ein wunderbares Wochenende.
Wenn ihr Italien auf die Ohren braucht, hört bei meinem Podcast rein: Hier habe ich alle Folgen mit Inhalt aufgelistet. Die perfekte Begleitung beim Kochen, Bügeln oder Autofahren!
Und die ersten Lesetermine für 2027 stehen auch fest:
Dienstag, 23. März: Triest, Caffè San Marco (auf Deutsch)
Donnerstag, 8. April: München, Buchcafé Daily Bites
Freitag, 9. April: Coburg, Buchhandlung Riemann
Sonntag, 11. April: Nürnberg, Deuerlein Wein | Buch | Caffè
Dienstag, 13. April: Zolling, Bücherei

Freitag, 16. April: Salzburg, Höllrigl
Samstag, 17. April: Wien, Wiener Ball der Bücher
Dienstag, 27. April: Klagenfurt, Heyn
Mittwoch, 28. April: Steyr, Casinosäle
Donnerstag, 29. April: Leonding, Festival Wein & Worte
