Ein warnendes Feuer, Ärger um die Strandbäder, ein Surfer in Not: Mediterrane Wochenschau Nr. 321

Hier kommt der einzige Newsletter, der euch erstmal kräftig erschreckt – nämlich mit einem Halloween-Cappuccino bei Pino vom letzten Samstag.

Apropos Pino: Der Personalmangel macht auch vor ihm nicht halt – zum ersten Mal seit 30 Jahren führt die Enoteca wieder einen Ruhetag ein, jedenfalls über die Wintersaison. An Montagen sind wir fortan alle heimatlos.

Was erwartet euch in dieser Ausgabe?

  • Die fehlende Feuerwehr: Muss erst etwas Ernstes passieren?
  • Der Kitesurfer, der sich gnadenlos überschätzte
  • Ärger um zwei Strandbäder
  • Und: Grado schmückt sich winterlich

Jetzt aber rein in die Woche! Vorab: In der aktuellen Podcastfolge von Radio Adria geht es um Tricksereien und Verführungen aus Venedig, das österreichische Triest und eine Einbrecherjagd via Facebook.

Montag, 2. November

Grado hat schöne Strände, ausgezeichnete Restaurants (auch wenn derzeit viele geschlossen sind), eine neue Therme und jede Menge Hotels. Was Grado nicht hat? Eine eigene Feuerwehr.

In der Nacht zum Sonntag brach im Garten neben dem ehemaligen Hotel Bellevue ein Feuer aus. Bäume und Sträucher brannten, dichter Rauch stieg auf.

Die Feuerwehr wurde alarmiert. Doch die musste erst aus Cervignano kommen, und das dauerte. Also griffen die Anwohner selbst ein. Sie holten Feuerlöscher und Gartenschläuche aus ihren Häusern.

Eine Schwierigkeit: Der Hydrant in der Nähe funktionierte nicht, die Wasserleitung war wegen Bauarbeiten abgestellt. Immerhin gelang es den Bewohnern, die Flammen einzudämmen, bevor das Feuer auf die umliegenden Gebäude übergriff. Als die Feuerwehr eintraf, war das Schlimmste bereits überstanden.

Wir hatten das Thema ja schon mehrmals: Grado hat im Sommer Zehntausende Urlauber, aber keine eigene Feuerwache. Ich fürchte, es muss erst etwas wirklich Schlimmes passieren, bis sich daran etwas ändert.

Immerhin hat die Region Friaul-Julisch Venetien bereits 50.000 Euro für eine provisorische Feuerwehrstation bereitgestellt. Geplant ist eine Einheit mit freiwilligen Feuerwehrleuten. Nur: Die Station gibt es noch nicht.

Dienstag, 3. November

Ein Kitesurfer hat in der Lagune von Grado ein Abenteuer erlebt, auf das er gern verzichtet hätte. Der Mann war trotz kräftiger Bora aufs Wasser gegangen. Der Wind erreichte in Böen bis zu 45 Knoten, also mehr als 80 Stundenkilometer. Das ist selbst für erfahrene Sportler eine ordentliche Hausnummer.

Irgendwann ging nichts mehr. Der Mann schaffte es noch auf die Insel Porto Buso, konnte von dort aber nicht mehr zurückkehren.

Bei schönem Wetter kann’s ja jeder, dachte sich der Mann. Foto: grado.it

Um 16.40 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Und die musste, siehe oben, erst einmal vom Festland anreisen. Die Feuerwehrleute aus Monfalcone fuhren zur Molo Torpediniere, wo bereits Sanitäter warteten.

Gemeinsam ging es mit einem Rettungsboot hinaus nach Porto Buso. Dort fanden sie den Sportler: durchgefroren, aber unverletzt. Nach einer ersten Untersuchung wurde er an Bord genommen und zurück nach Grado gebracht.

Spannende Frage: Bekommt der Mann für seinen Ausflug auch noch eine Rechnung? Normalerweise sind Feuerwehreinsätze bei akuter Gefahr in Italien kostenlos. Bei grob fahrlässig verursachten Rettungseinsätzen können allerdings Kosten entstehen; das sagt eine aktuelle Gesetzesänderung vom Januar 2026. Und wer im November bei Sturm mit seinem Kite über die Adria düst – naja, das ist schon ziemlich fahrlässig, oder?

Mittwoch, 4. November

Jetzt wird es ernst mit den Strandkonzessionen: Das ist ein Thema, das Italien seit Jahren beschäftigt. Denn die Strandclubs dürfen nicht mehr wie Erbhöfe einfach in der Familie bleiben, sondern müssen sich dem Wettbewerb stellen. Und in Grado gibt es jetzt Ärger um die Strandbäder Airone und Snoopy in Pineta, die einem einzelnen Betreiber gehören.

Jener Betreiber wollte die Konzessionen für beide Strandbäder um 15 Jahre verlängern lassen. Die Gemeinde hat Nein gesagt.

Erstens wollte der Betreiber eine gemeinsame Konzession für beide Strandbäder, obwohl sie auf zwei unterschiedlichen Flächen liegen, die auch noch durch ein anderes Strandbad getrennt sind. Zweitens gibt es Probleme mit der städtebaulichen Verträglichkeit der geplanten Nutzung – so der Behörden-Sprech. Mit anderen Worten: Irgendjemandem passen die Bauten dort nicht. Der Betreiber hat nun bis September nächsten Jahres Zeit, um nachzubessern.

Donnerstag, 5. November

Wir biegen langsam in die Weihnachtszeit ein. Schön! Die Gemeinde hat 425.000 Euro für Schmuck, Lichter und Events ausgegeben. Irgendwann soll auch eine Broschüre oder zumindest eine Webseite erscheinen, die alle Betriebe auflistet, die über Weihnachten und Neujahr geöffnet sind. Im letzten Jahr war es Mitte Dezember soweit. Vielleicht geht es in diesem Jahr ein klein wenig flotter.

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Jetzt wünsche ich euch ein wunderbares Wochenende.

Wenn ihr Italien auf die Ohren braucht, hört bei meinem Podcast rein: Hier habe ich alle Folgen mit Inhalt aufgelistet. Die perfekte Begleitung beim Kochen, Bügeln, Spazierengehen oder Autofahren.

Und die ersten Lesetermine fürs kommende Jahr stehen auch fest: 2027 wird voller Geschichten.

Dann stelle ich euch mein neues Buch vor – dieses Mal einen Roman! Schaut hier vorbei.

Dienstag, 23. März: Triest, Caffè San Marco (auf Deutsch)

Donnerstag, 8. April: München, Buchcafé Daily Bites

Freitag, 9. April: Coburg, Buchhandlung Riemann

Sonntag, 11. April: Nürnberg, Deuerlein Wein | Buch | Caffè

Dienstag, 13. April: Zolling, Bücherei

Freitag, 16. April: Salzburg, Höllrigl

Samstag, 17. April: Wien, Wiener Ball der Bücher

Dienstag, 27. April: Klagenfurt, Heyn

Mittwoch, 28. April: Steyr, Casinosäle

Donnerstag, 29. April: Leonding, Festival Wein & Worte

Freitag, 14. Mai: Bonn, Fabrik 45