Ein geheimes Rezept, ein neues Buch und ein Italiener mit Heimweh: Mediterrane Wochenschau CIII

Hier kommt der einzige Newsletter, der gestern auf der Sonnenliege am Strand richtig fest eingeschlafen ist! Das ist mir wirklich noch nie passiert; wahrscheinlich trete ich in eine neue, tiefenentspannte Lebensphase über.

Montag, 23. Mai

Ich liebe unsere kleine famiglia! Denn ich hatte ja berichtet, dass ich derzeit die Antiquariate dieser Welt nach einem Grado-Reiseführer aus dem Jahr 1892 durchstöbere, leider bislang ohne Erfolg.

Leser Simon E. hat tatsächlich mitgewühlt und in einem Antiquariat immerhin einen Triest-Reiseführer aus dem selben Verlag gefunden, in dem auch über Grado berichtet wird. 

Ich habe sofort zugeschlagen (20 Euro plus Versand), und das gute Stück befindet sich derzeit in der Post. Nächste Woche schauen wir gemeinsam rein! 

Dienstag, 24. Mai

Hier kommt die Wohlfühlgeschichte der Woche – ach was, des Jahres: Ein Italiener zog nach London und machte Karriere. Aber er hatte Heimweh, vor allem nach dem Essen aus seiner Heimat. Also pachtete er ein Restaurant. Und ließ seine eigene Mutter aus Sizilien einfliegen, um sie dort als Chefköchin einzustellen.
»Wann kannst du kommen?«, hat er la mamma am Telefon gefragt.
»Gleich morgen« antwortete sie.
Nun geht er jeden Abend dort essen – und inzwischen hat er noch weitere Restaurants aufgemacht, in denen italienische Mammas aus allen Regionen Italiens für je drei Monate kochen. Eine richtig schöne Idee! Peppe Corsaro heißt der Mann, das Hauptrestaurant liegt in Chelsea und heißt schlicht »La Mia Mamma«.

Mittwoch, 25. Mai

Jetzt aber (Trommelwirbel): Hier ist das Cover meines Italien-Prinzips auf Italienisch.

Schon schick, oder? Design und Ästhetik können sie hier einfach. Welches gefällt euch besser?

Ich hänge das Buch noch nicht an die große Glocke, weil ich warten will, bis es im Handel erhältlich ist – am 1. Juni ist es soweit.

Donnerstag, 26. Mai

Mein Büro hat wieder eröffnet! Die Bar Marina Fiorita, die zwei Monate lang wegen Personalmangel schließen musste, geht in die neue Saison. Und ich kann mich endlich wieder in meine Schreibecke hinten rechts hocken, wo ihr mich jeden Morgen findet. 

Da stören doch die paar Umzugskartons nicht.

Das Leben ist gut. Besonders für Gewohnheitstierchen wie mich.

Freitag, 27. Mai

Heute bin ich das Opfer meiner eigenen Prophezeiung geworden. Denn vor zwei Wochen hatte ich euch an dieser Stelle ja aufgefordert, unbedingt rechtzeitig in den Restaurants zu reservieren, weil es in sehr voll in Grado werden würde.

Bloß ich selbst nahm mir diesen Tipp nicht zu Herzen, schließlich bin ich ja ein Insider und mit allen Adriawassern gewaschen. Heute Abend wollten wir nun mit Freunden essen gehen – und bekommen nirgends einen Tisch. Tja, da muss Papi wohl den Herd anwerfen.

Gut, dass mir mein Schwiegervater gestern das streng geheime Busara-Rezept mitbrachte, das er in der Enoteca da Pino von einem Gradeser Koch bekommen hat. Busara ist dieser leicht scharfe Tomatensugo, der sich perfekt für Scampi und Hummer eignet. Das Originalrezept wird angeblich nur im Flüsterton von Generation zu Generation weitergereicht.

Als erstes muss ich es entziffern. Dann werde ich es nachkochen und euch nächsten Freitag berichten. (Natürlich nur im Flüsterton.)

Ich wünsche euch allen ein wunderbares Wochenende! Übrigens: Schickt diesen Newsletter gern an italophile Freunde weiter.

Geballte Reisetipps stehen am Ende dieses Newsletters.

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