Bruchpiloten am Strand, Bekenntnisse eines Hochstaplers, bestes Eis: Mediterrane Wochenschau Nr. 304

Hier kommt der einzige Newsletter, der euch schon die ersten Lesetermine für 2027 anbieten kann! Erfahrt ihr ganz unten. Denn am 19. April 2027 erscheint ja mein neues Buch – ganz viel Italien, ganz viel Maiwald, aber völlig anders. Leider darf ich noch nichts Näheres sagen, dabei zerreißt es mich fast.

Jetzt aber rein in den Sommer! Was erwartet euch diese Woche?

  • Die Gleitschirmtrottel von Pineta
  • Der Hochstapler bei der Uni-Abschlussfeier
  • Die Toten von Wien
  • Ein Sorbet aus Wassermelone mit Basilikum

Vorab: schon die neue Podcastfolge gehört? Mit einem beunruhigenden Hai in Istrien und einem verirrten Delfin mitten zwischen den Badenden in Grado. Mit einem »Model« aus Venedig und ihrem Ärger beim Finanzamt. Und mit dem Chaos bei den Fremdenführern – eine sehr italienische Geschichte.

Und als Letztes noch: Gerade war ich im Podcast der Zeitschrift »Woman« zu Gast – Titel der Folge: »Espresso, Pasta und die Sehnsucht nach mehr«, hört gerne mal rein, zum Beispiel hier. Und natürlich überall, wo es Podcasts gibt.

Montag, 6. Juli

Wie dreist kann man sein? Zwei Motorgleitschirme sind am Sonntagvormittag am Strand von Pineta in Grado zwischen den Badegästen gelandet – an einem der trubeligsten Strandtage des Jahres, zeitgleich zum Perdòn de Barbana.

Die beiden Piloten, zwei 60-Jährige aus Triest, wollten in der Nähe eines Restaurants landen, in dem sie zu Mittag essen wollten – dem Lokal auf dem Campingplatz Al Bosco. Gestartet waren sie in Bistrigna, wohin sie mit ihrem Wohnmobil gefahren waren.

Das Problem: Landungen sind nur auf ausdrücklich genehmigten Flugflächen erlaubt. Was einem eigentlich auch der gesunde Menschenverstand sagen sollte. 

Die Strandaufsicht verständigte die Capitaneria di Porto sowie die Carabinieri. Kurz darauf wurden die beiden Männer tatsächlich auf dem Campingplatz Al Bosco angetroffen. Sie wurden angezeigt und mussten jeweils 200 Euro Strafe zahlen – weitere Geldbußen sind nicht ausgeschlossen.

Dienstag, 7. Juli

An der Universität Padua, einer der ältesten der Welt, dozierte schon Galileo Galilei; Kopernikus und zwei künftige Päpste studierten dort. Außerdem durfte hier weltweit die erste Frau ihr Studium abschließen: Elena Lucrezia Cornaro Piscopia bekam ihren Doktortitel in Philosophie am 25. Juni 1678. Was also macht der feine Herr Autor, seines Zeichens Studienabbrecher, auf der Ehemaligen-Feier der Uni?

Meine Tochter, frisch in Padua graduiert, durfte eine Begleitung mitbringen. Da sagte ich nicht Nein und traf unter anderem die erste echte Astrophysikerin meines Lebens. 

Außerdem berichtete die Paraolympionikin Giulia Ruffato von ihrer »5-Sekunden-Regel«. Die Rollstuhlfahrerin zählt in den schwierigsten Phasen eines Rennens, wenn sie kurz vor dem Aufgeben ist, leise bis 5 – das ist ihre Mini-Pause, um neue Kräfte zu sammeln und sich zu motivieren: Danach geht es weiter.

Mittwoch, 8. Juli

Was für eine nette Begegnung: Die Wiener Bestsellerautorin Beate Maxian war für eine Woche in Grado, wandelte auf meinen Spuren – probierte sich also durch alle Köstlichkeiten, darunter das legendäre Tiramisù im Santa Lucia –, und dann trafen wir uns noch auf einen Digestivo im Stralonga.

Sie ist übrigens auch eine richtige Arbeitsbiene, was ich sehr bewundere: In der Krimireihe um die Wiener Journalistin Sarah Pauli erscheint bald Band 18, die Wachau-Reihe um Winzertochter und Feinkosthändlerin Lou Conrad steht auch schon bei Band 3, dazu kommen vier Familienromane.

Donnerstag, 9. Juli

Wo gibt es in Grado das beste Eis? Meine Meinung kennt ihr. In der neuen Guida Gelaterie dell’Italia vom Gambero Rosso wurden nun Antoniazzi und GelaGrado mit zwei Eiswaffeln von maximal dreien ausgezeichnet – für ihr Angebot, das von traditionellen Sorten bis hin zu den kreativsten Geschmackskombinationen reicht.

Im Sortiment von Lucia Dabrinka, Inhaberin von GelaGrado, finden sich Klassiker wie Pistazie, Haselnuss oder Vanille sowie ungewöhnliche Kreationen wie Pfeffer-Pistazie oder sogar Tomate. Hinzu kommen vegane Sorten und saisonale Spezialitäten. Besonders beliebt ist ein Sorbet mit Wassermelone und Basilikum. 

Auch bei Antoniazzi freut man sich über die erneute Aufnahme in den Guide. Die Eisdiele setzt ebenfalls auf ein breites Angebot – bis zu außergewöhnlichen Kombinationen wie Mascarpone mit Feigen, Ingwer, Zimt, Mohn, Süßholz, Pistazie aus Bronte oder Madagaskar-Vanille. Mein Liebling ist das Pistazieneis.

Ohne Schlange geht’s hier selten.

Antoniazzi ist die älteste Eisdiele Grados. Gegründet wurde sie 1922 von Nicola Panciera, einem Eismacher aus dem Val di Zoldo, der zunächst seine Brüder Gino und Franco nach Grado holte. Später führten seine Söhne die Eisdiele weiter, bis sie 2006 an die Antoniazzis verkauft wurde.

Jetzt wünsche ich euch ein wunderbares Wochenende.

Zu allen Podcast-Folgen geht es hier entlang.

Alles über »Espresso unter Sternen« lest ihr hier.

Und hier kommen die aktualisierten Lesetermine.
Samstag, 12. September: Bad Radkersburg, Mare-Hotels
Mittwoch, 30. September: Grafing, Bücherstube
Donnerstag, 1. Oktober: Wasserburg, Bücher Herzog
Freitag, 2. Oktober: Kolbermoor, Bibliothek 
Sonntag, 11. Oktober: Stift Ossiach, Festival »Kunst der Balance« 
Samstag, 17. Oktober: Gutenstein, Buchmesse Bücherträume
2027
Dienstag, 23. März: Triest, Caffè San Marco
Montag, 19. April: München, Daily Bites, Weltpremiere des neuen Buchs