Der Park kommt nicht zur Ruhe, Radwege überall, was für ein Schiff! Mediterrane Wochenschau Nr. 317

Hier kommt der einzige Newsletter, der für euch ein bisschen auf den Campanile aufpasst. Der Kirchturm sieht inzwischen so aus:

Da steht er in seiner eingeschränkten Pracht. Mögen die Bauarbeiten rasch vorankommen.

Und weil noch ein bisschen Eisen übrig war, wurde das Haus gegenüber gleich mit eingerüstet.

Was erwartet euch in dieser Woche?

  • Ein neuer Radweg in Pineta
  • Dauerbaustelle Parco delle Rose
  • Ein Gradeser auf dem schönsten Schiff der Welt

Andiamo! Vorher noch: Hört rein in Folge 51 von Radio Adria. Schwerpunktthema sind die 12 Gesetze der italienischen Küche. Sechs davon sind sinnvoll, sechs davon eher nicht – das gibt Ärger. Schreibt mir gern!

Montag, 5. Oktober

Mit den Radwegen geht es voran. Jedenfalls in Pineta, jenem Ortsteil, der still und heimlich zum In-Viertel wird, obwohl es an vielen Ecken bröckelt. Dort wird für 900.000 Euro ein neuer Radweg gebaut, denn bislang teilten sich auf der Viale dei Pesci Radler und Autofahrer die Strecke – nicht ganz ungefährlich. Die Bauarbeiten, die in dieser Woche beginnen, werden kurzfristig für massive Behinderungen und Umleitungen sorgen, aber im Winter ist ja nicht allzu viel los. Dass allerdings langfristig Parkplätze wegfallen, könnte noch zum Politikum werden.

Platz genug ist ja.

Und was ist mit dem Radweg über die Brücke an Grados Haupteingang, jenem letzten Abschnitt des Alpe-Adria-Radwegs, der doch schon seit Jahren fertiggestellt sein soll? Nur so viel: Bibi Blocksberg lässt weiterhin auf sich warten.

Dienstag, 6. Oktober

Am Parco delle Rose wird wieder gebaut. Oder besser gesagt: weitergebaut. Denn langsam wirkt der Park weniger wie eine Grünanlage, sondern eher wie ein städtebauliches Langzeitexperiment. Kaum hat man sich an eine neue Ecke gewöhnt, rücken schon wieder die Bauarbeiter an. Diesmal geht es um den Weg entlang der Viale Dante. Vier bis fünf Monate soll der nächste Bauabschnitt dauern, mehr als eine Million Euro sind dafür vorgesehen.

Dafür gibt es breitere und neu gepflasterte Wege, Bänke, Laternen und neu angelegte Grünflächen. Auch die Rosen, die dem Park immerhin seinen Namen gegeben haben (es sollen mal mehr als 100 Sorten gewesen sein), sollen wieder vermehrt gepflanzt werden.

Baubeginn ist für November vorgesehen, fertig werden möchte man vor Beginn der nächsten Tourismussaison. Das kennen wir in Grado: Im Winter wird gebuddelt, im Frühjahr schaut man nervös auf den Kalender.

Und danach? Unter anderem soll auch der historische Eingang an der Viale Dante drankommen. Vielleicht sollte man am Eingang eine Tafel aufstellen: »Parco delle Rose – Besichtigung der Bauarbeiten ganzjährig möglich.«

Mittwoch, 7. Oktober

Was für eine schöne Meldung: Der Seelsorger auf dem schönsten Schiff Italiens kommt aus Grado! Wer die »Amerigo Vespucci« in einem Hafen liegen sieht, versteht sofort, warum alle bei diesem Schiff ins Schwärmen geraten. Der Dreimaster ist das Segelschulschiff der italienischen Marine, lief 1931 vom Stapel – und ist so etwas wie eine schwimmende Visitenkarte des Landes. An Bord werden die Offiziersanwärter der Marineakademie von Livorno ausgebildet. Und nach einer großen Weltreise ist die Vespucci gerade zur Barcolana in Triest angekommen, der größten Regatta des Mittelmeers. Fast 1600 Boote sind in diesem Jahr dabei.

Was für ein Schiff! (Foto: Superchilum/Wikimedia.)

Mit an Bord ist ein Mann, den viele in Grado gut kennen: Don Gianni Medeot. Der Gradeser ist Militärseelsorger. Auf der Vespucci kümmert er sich um die Seele der Besatzung – wobei er seine Aufgabe nicht nur religiös versteht. »An Bord höre ich den Menschen zu«, sagt er im Piccolo. Er versucht, für die jungen Leute da zu sein, wenn die wochenlange Enge auf See, Heimweh oder persönliche Sorgen drücken.

Die jüngste Reise führte von Triest über Nordamerika und zurück nach Europa. Unterwegs gab es auch einen bewegenden Moment: In der Nähe jener Stelle, an der 1912 die Titanic sank, wurde der Opfer der Katastrophe gedacht.

Bei schönem Wetter wird die Messe schon einmal auf dem Achterdeck gelesen, zwischen Masten und Tauen.

Und auch in den Häfen hat der Priester aus Grado eine besondere Rolle. Wenn das Schiff anlegt, sucht er den Kontakt zu den örtlichen italienischen Gemeinden. So wird der Geistliche auf einem der berühmtesten Schiffe Italiens ein bisschen zu unserem Botschafter in der Welt.

Und für Don Gianni selbst bleibt das ein Privileg: Er nennt die Vespucci seine »Kathedrale auf dem Meer«.

Donnerstag, 8. Oktober

Das ist ja ein Ding: Letzte Woche hatte ich ausführlich über Mario David geschrieben, den Fußballer aus Grado, der beim AC Mailand und in der Nationalmannschaft berühmt wurde. Und gestern Abend sitze ich an Pinos Stammtisch und entdecke sein Foto an der Wand, direkt unter Papst Johannes Paul II. und neben einem Bild von Pino und mir.

Der Papst, Pino und Mario David. Foto direkt von Pinos Stammtisch (Tisch D2).

—

Jetzt wünsche ich euch ein wunderbares Wochenende!

Die Lesetermine 2026 gehen langsam zu Ende; am 11. Oktober (diesen Sonntag) bin ich im Stift Ossiach beim Festival von Woman Balance, und am 17. Oktober bin ich ganztägig bei der Buchmesse Bücher(T)räume in Gutenstein.

Dafür füllt sich der Kalender 2027 schon munter:

Dienstag, 23. März: Triest, Caffè San Marco
Donnerstag, 8. April: München, Buchcafé Daily Bites
Freitag, 9. April: Coburg, Buchhandlung Riemann 
Sonntag, 11. April: Nürnberg, Deuerlein Wein | Buch | Caffè
Freitag, 16. April: Salzburg, Höllrigl
Samstag, 17. April: Wien, Wiener Ball der Bücher 
Dienstag, 27. April: Klagenfurt, Heyn
Mittwoch, 28. April: Steyr
Donnerstag, 29. April: Leonding