Silvester in Italien: Alles muss rot

Silvester wird in Italien in erster Linie gefeiert, um das folgende Jahr mit allerlei Ritualen gnädig zu stimmen. Natürlich wird auch ordentlich geschlemmt, aber man sollte dennoch auf ein paar Dinge achten, um in den ersten Tagen und Wochen des neuen Jahres nicht von einem Steuerbescheid, einem verstauchten Zeh oder einem gestrichenen Heimflug überrascht zu werden.

Das Wichtigste ist die Farbe Rot, denn die bringt Silvester Glück. Man muss möglichst viel Rot am Körper tragen. Rote Unterwäsche ist ein beliebtes Mitbringsel zur Party, denn wenn sie geschenkt wird, soll sie noch mehr Glück bringen als ein selbstgekauftes Wäschestück.

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Auch sonst hilft alles Rote; meine Frau bindet Gästen immer rote Geschenkeschleifen ums Handgelenk, um ganz sicher zu gehen. Es ist unklar, woher der rote Aberglaube kommt – möglicherweise aus dem Alten Rom, möglicherweise als Mitbringsel Marco Polos aus China.

Außerdem gibt es Berge von Linsen. Linsen sehen aus wie Geldstücke, und je mehr man davon isst, desto reicher wird man im nächsten Jahr. Noch ein lustiger Brauch, der regional verbreitet ist (und ursprünglich offenbar aus Spanien stammt): In der Minute vor Mitternacht müssen so viele Weintrauben wie möglich verschlungen werden. Auch hier gilt: Je mehr du verdrückst, desto üppiger wird das neue Jahr.

Profi-Tipp: Frauen wünschen zuerst den Männern, Männer zuerst den Frauen ein buon anno. Dann erst wird sich dem gleichen Geschlecht zugewandt.

Mehr über den italienischen Aberglauben gibt es hier.

Zum Schluss und völlig zusammenhanglos noch ein vernünftiges Lebensmotto für 2018:

Du musst niemanden um Erlaubnis fragen.*

(*Außer du bist eine meiner Töchter. Dann musst du mich um Erlaubnis fragen.)

Euch allen ein frohes neues Jahr!