Vom glamourösen Autorenleben

Manche Leserinnen und Leser stellen sich das Leben als Autor wie eine einzige Champagnerorgie vor. In einer nie enden wollenden Polonaise ziehen wir jubelnd durchs Leben, umringt von halbnackten Schönheiten, die Gläser klingen, ab und zu müssen wir für Autogramme oder ein Häppchen Kaviar stoppen. Stürmischer Applaus und euphorische Hochrufe begleiten das muntere Treiben.

Das alles kommt zwar vor – aber nur an ungeraden Kalendertagen.

Ansonsten kann das Schreiben von Büchern ziemlich harte Arbeit sein. Besonders dann, wenn der nächste Band ein Krimi wird.

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Ordentliches Beintraining ist garantiert.

Also begab ich mich mehrere Tage lang in die sogenannte Russenhocke (eine beliebte Instagram-Pose bei osteuropäischen Influencern) und watschelte über den ausgedruckten ersten Entwurf, verteilte bunte Post-Its, notierte mir dramaturgische Schwächen, stellte um, dampfte ein, zog das Tempo an.

Das Ergebnis: viel Muskelkater. Und hoffentlich ein gutes Buch.

Bei Romanen kann man dramaturgische Schwächen mit einem dicken Farbpinsel übermalen, einer lustigen Szene, einem gelungenen Dialog. Doch bei einem Krimi muss alles sitzen: Du musst Hinweise verstreuen, Fährten legen, nie offenkundig oder platt sein und die Leserinnen und Leser am Ende überraschen – immer so, dass sie sagen: Ach verflixt, darauf hätte ich auch selbst kommen können.

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Florett statt Holzhammer: Die Hinweise müssen behutsam gestreut werden.

Jedenfalls: Den zeitgenössischen Krimi gibt es im nächsten Frühjahr. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Die erste längere Kritik zu meinem historischen Krimi »Die Toten von Rialto« ist auch gerade eingetroffen. »(…) Grandiose Krimiliteratur, absolut berauschend. (…) Es gibt kaum etwas Besseres, Genialeres zum Lesen (…) Unterhaltung, die einfach unübertrefflich ist. (…) Krimikunst auf höchstem Niveau. (…) Davide Venier hat Kultpotenzial. (…) Spannung bis zum letzten Satz. (…)«

Cover Rialto

Überall im Buchhandel oder online erhältlich, zum Beispiel hier.

Habe ich alles nicht geschrieben – hätte ich mich gar nicht getraut. Hat der »Literaturmarkt« geschrieben. Lest hier den ganzen Text. Ein Beispielkapitel aus den »Toten von Rialto« gibt es hier.

Das ist natürlich ein Ansporn, es beim nächsten Mal mindestens genau so gut zu machen. Auch wenn die Arbeit bis spät in die Nacht dauern kann.

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Im Schlafrock arbeitet es sich immer am besten. (Verdeckt: das Glas Rotwein.)

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