Bücher! 24 geniale Geschenkideen für alle

Ich verstehe den Weihnachtsstress überhaupt nicht. Es gibt doch nichts Schöneres und zugleich Einfacheres, als Bücher zu verschenken. Schreibt eine kleine Widmung rein und packt noch ein Lesezeichen dazu, und ihr könnt euch in Ruhe auf die Zubereitung der Weihnachtsgans oder die gründliche Niedermachung des Rotweins konzentrieren.

Hier kommen ein paar Bücher, die ich in den letzten Monaten gelesen habe und die mich sehr beeindruckt haben: Romane, Erzählungen, Sachbücher, Humor. Nicht alle Bücher sind Neuerscheinungen (warum sollten sie auch?), aber ich verspreche euch: Für jedes Mitglied eurer Familie und für alle eure Freunde ist was dabei.

Für den belesenen Onkel, der sich nach dem Weihnachtsessen mit einem Primitivo in den Ohrensessel zurückzieht:

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Kein Buch hat mich in den letzten Monaten mehr beeindruckt. Was für ein Werk! Und ist die Buchwelt nicht wunderbar, dass man auch nach so vielen Jahren noch etwas Neues entdecken kann? Auch die Verfilmung (die ich noch nicht gesehen habe) gilt als Meisterwerk, es ist angeblich der Lieblingsfilm des großen Martin Scorsese.

Das lustigste Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe:

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Wenn sich Richard Gere, Madonna, Paris Hilton & Co. zu einem politischen Thema äußern und ihr entdeckt, dass sie so ähnlich denken wie ihr, dann solltet ihr eure eigene Meinung dringend überprüfen. Marina Hyde schreibt regelmäßig Kolumnen für den Guardian, manche davon findet ihr im Netz. Große Klasse!

Für den Hippie-Schwager, der mit seinem Bully durch die Welt fährt:

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Miguel de Montaigne durchquerte in den Jahren 1580 und 1581 Mitteleuropa. Das waren noch echte Abenteuerreisen!

Für die besorgte Tante, die glaubt, dass alles immer schlimmer wird:

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Die besorgte Tante hat möglicherweise recht. Legt noch das Buch »Der Schwarze Schwan« von Nassem Nicholas Taleb obendrauf, und die besorgte Tante braucht einen Kamillentee.

Und was passiert, wenn Comiczeichner Bücher schreiben?

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Ich fand Dilbert immer sehr lustig. Dieses Buch gibt ein paar sehr kluge Ratschläge, erzählt vom steinigen Weg eines Kreativen und ist herrlich selbstironisch.

Für das Kind in uns allen:

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Denn wer sich nicht für Dinosaurier interessiert, hat kein Herz.

Und warum dieses Buch so abgegriffen aussieht (selbst für meine liederlichen Maßstäbe), weiß ich auch nicht…

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Denn dieses brillante Buch des einstigen Chefs des British Museums habe ich als Hörbuch auf meinen Spaziergängen genossen. Weil es mir so gut gefallen hat, habe ich es anschließend in gedruckter Form gekauft. Es müsste eigentlich makellos sein.

Für Geschichtsinteressierte:

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Laut meiner Frau war dieses Buch Pflichtlektüre an italienischen Gymnasien. Was ihr natürlich die Lust verdorben hat. Und wo wir schon in Rom sind:

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Es ist eines der größten Rätsel der Geschichte: Wie konnte eine hochentwickelte Zivilisation, die Zentralheizungen und Banken, Waffenfabriken und sogar Imageberater besaß, von Barbaren in die Knie gezwungen werden, die nicht einmal über eine Schriftsprache verfügten? (Spoiler: Es lag nicht an den Imageberatern.)

Damit es schnell wieder heiterer wird:

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Es ist nicht sein bestes Buch, aber es ist immer noch David Sedaris – und damit für mich besser als die meisten anderen.

Von meinem Lieblingshumoristen zu meinem Lieblingssachbuchautoren:

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Vieles von Bill Bryson ist ins Deutsche übersetzt worden, diese kurze, knackige und hochspannende Biografie über den rätselhaften Shakespeare nicht. Bryson: »We don’t know if he ever left England. We don’t know who his principal companions were or how he amused himself. His sexuality is an irreconcilable mystery. On only a handful of days in his life can we say with absolute certainty where he was. We have no record at all of his whereabouts for the eight critical years when he left his wife and three young children in Stratford and became, with almost impossible swiftness, a successful playwright in London. By the time he is first mentioned in print as a playwright, in 1592, his life was already more than half over. For the rest, he is a king of literary equivalent of an electron – forever there and not there.«

Den Autor des folgenden Buches habe ich erst in den letzten Monaten für mich entdeckt und bin begeistert.

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Libanon, Mexiko, Bosnien, Somalia: O’Rourke schreibt fesselnd und mit sehr, sehr düsterem Humor über die Krisen- und Kriegsgebiete dieser Welt, die er bereist hat. Und er hat wirklich nichts ausgelassen. Das Buch ist schon ein paar Jahre alt, aber zugleich beinahe erschreckend zeitlos.

Und nun in ein weiteres Katastrophengebiet, 79 nach Christus:

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Ein echter page turner. (Die Duden-Redaktion sollte mal einen Aufruf starten, für dieses Wort ein knackiges deutsches Pendant zu erfinden.)

Wo wir gerade bei historischen Romanen sind: Rebecca Gablé ist eine sehr geschätzte, sehr erfolgreiche Kollegin:

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Doch dieses Buch ist kein historischer Roman, sondern eine sehr beschwingt und kenntnisreich erzählte Geschichte der Irrungen und Wirrungen des englischen Mittelalters, Gablés Spezialgebiet. Ganz ehrlich: Game of Thrones ist nix dagegen.

Einen Einblick in das Leben und Werden eines Schriftstellers gibt es hier:

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Vom Besitzer eines Jazzclubs zum Nobelpreis-Kandidaten: Es ist faszinierend, Murakamis Werdegang zu verfolgen.

Gleich zum nächsten Weltenerschaffer:

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Ihr geht gern ins Kino? Dann müsst ihr William Goldmans Buch lesen. Er ist einer der bekanntesten Drehbuchschreiber und Ziehvater von Aaron Sorkin. Seine Anekdoten über den Wahn Hollywoods und die Flüche, die man ihm nicht rausgekürzt hat – einfach erfrischend.

Hollywood hat sich auch des folgenden Buches angenommen (Regie: Sam Mendes):

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Der Wilde Westen, aber anders. Ein junger Student schließt sich 1873 Büffeljägern an. Faszinierend wie jedes Buch des großen, 1994 verstorbenen Schriftstellers, dessen Bedeutung erst in den letzten Jahren erkannt wurde.

Auch Paul Theroux begibt sich gern auf Reisen. Ich war nie ein Fan von ihm. Das hochgelobte Buch »An den Gestaden des Mittelmeers« fand ich voller Klischees. Wenn man selbst an den Gestaden des Mittelmeers lebt, sieht man vermutlich vieles genauer. Aber mit diesem Buch hat er mich zurückgewonnen:

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Es ist auch auf Deutsch erschienen (»Tief im Süden. Reise durch ein anderes Amerika«) und steht auf meinem Wunschzettel.

Das folgende Buch habe ich schon sehr oft verschenkt, weil es mit seinen vielen munteren Anekdoten gerade auch was für Nichtleser ist:

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Dort erfahrt ihr, wie ihr eure Entdeckungsreise finanziert, was bei der Besteigung eines Achttausenders in den Rucksack gehört und was nicht, wie man eine Wüste durchquert und wie man in der Antarktis überlebt (oder wie man unfehlbar draufgeht).

Und als würdiger Abschluss des Bücherreigens: Ja, das Leonardo-Jahr ist fast vorbei. Aber das Jahrtausend-Genie bleibt uns ja in all seinen Werken erhalten.

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Das Buch ist auch eine erstklassige Motivation, kreativ tätig zu werden. Ihr werdet nach der Lektüre wahrscheinlich keine neue Mona Lisa erschaffen – obwohl: wer weiß?

Auf meinem Wunschzettel für die kommenden Monate stehen außerdem John Cleeses Autobiografie »So, anyway…« (ich habe es schon als Hörbuch, eingelesen von the man himself, großartig), Reinhard Haas‘ »Den Weißen Hai streicheln«, Ellin Carstas »Hansen-Saga«, Hubert Selbys »Requiem für einen Traum« und, wie oben erwähnt, Paul Theroux‘ »Tief im Süden«. Außerdem suche ich eine vernünftige Churchill-Biografie. Hat jemand einen Tipp?

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Ganz, ganz wundervoll. Vor allem, wenn er selbst beim Lesen in ein herzhaftes Lachen ausbricht und mehrere Zeilen einfach weggluckst.

Und was ist mit meinen Büchern?

Na schön:

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»Wir sind Papa« ist ein tolles Geschenk für Eltern. Es ist vor fünf Jahren erschienen und inzwischen in der neunten (!) Auflage. Wer sich für die etwas skurrile Entstehungsgeschichte dieses Überraschungs-Bestellers interessiert: Hier habe ich etwas darüber geschrieben.

Cover Rialto

Die Toten von Rialto sind ebenfalls ein perfektes Weihnachtsgeschenk. Es ist Band 3 der Davide-Venier-Reihe, aber ihr könnt es auch kaufen, ohne die ersten beiden Teile gelesen haben zu müssen. Es ist wie mit James Bond: Dort versteht man ja auch jeden Film für sich und muss nicht erst bei »Dr. No« anfangen.

Im Frühjahr 2020 erscheinen neue Bücher. Den Anfang macht dieses hier:

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Vorbestellen, dann habt ihr es als erstes: bitte sehr.

Und nun: Lehnt euch zurück und kauft eure Weihnachtsgeschenke – in der Buchhandlung eures Vertrauens oder der Webseite eurer Wahl.

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