Mediterrane Wochenschau XXXII: Bücher, Briefmarken, Tipps fürs Flirten – und alles über Kaffee

Hier kommt der einzige Newsletter, der inzwischen zwar seinen Frieden mit Rosinen gemacht hat, aber immer noch lieber Pandoro als Panettone nascht.

Bevor es losgeht, muss ich euch noch kurz meine aktuellen Bücher einmassieren, denn wenn ihr sie heute bestellt, habt ihr sie noch rechtzeitig zu Weihnachten.

Also, »Die Tote im Stadl« und »Wenn die Gondeln untergehen« sind ja klar. Aber ich vergesse immer wieder, von meinem eigentlichen Überraschungsbestseller zu sprechen. Denn das Buch war eine ganz ungewollte Schwangerschaft. Niemand im Großverlag Gräfe+Unzer glaubte daran, bloß eine Redakteurin tat es. Und boxte es bei den Oberen durch. Das Ergebnis: »Wir sind Papa«, erschienen 2014, geht mittlerweile in die zehnte Auflage. Falls ihr im Familien- oder Verwandtenkreis werdende oder junge Eltern habt, wäre das ein Geschenk, das, so jedenfalls die Leserinnen und Leser, amüsant zu lesen ist und mit vielen guten Tipps durch die schwierigen Zeiten hilft. »Herrlich undogmatisch, männer- und frauenfreundlich« schreibt das Magazin Eltern

Extrapunkte für die liebevolle Bildkomposition!

Jetzt aber hinein in die Wochenschau!

Sonntag, 13. Dezember

Strahlender Sonnenschein, 18 Grad, Windstille: Grado wurde von Tagesausflüglern geradezu überrannt. Dreißigtausend sollen es gewesen sein, die vor dem Weihnachts-Lockdown noch einmal Sonne und die gute Meerluft tanken wollten – was natürlich bei aller Liebe und Gastfreundschaft nicht allen recht war und für »polemiche« sorgte, wie hier der Streit heißt. Andererseits hatten fast alle Bars und Restaurants geschlossen, und an Grados großem Strand ließen sich die Abstände gut einhalten.

Drei Sonnenuntergänge auf einmal – muss man auch erstmal schaffen.

Montag, 14. Dezember

Italienische Wörter, die wirklich wichtig sind: Neulich schäkerte ich mit meiner Frau – ja, das kommt vor – und sagte zu ihr »Komm, wir gehen hoch, und ich zeige dir meine Briefmarkensammlung.« Sie schaute mich verblüfft an und erklärte mir, in Italien sage man »collezione di farfalle«, Schmetterlingssammlung. Eigentlich auch ganz hübsch. Sofern man auf aufgespießte Insekten steht. Seitdem denke ich über eine mögliche Herleitung nach, komme aber auf keine gute Idee.

Dienstag, 15. Dezember

Heute wird mein Fußballverein Eintracht Braunschweig 125 Jahre alt. Klar, dass das niemanden von euch interessiert. Aber mich schon! Hier ist ein Foto der Gründerväter.

Prima Styling, wenn ihr mich fragt.

Mittwoch, 16. Dezember

In Rom wird um die neuen Lockdown-Verodnungen zu Weihnachten gerungen. Stand jetzt: Vom 24. bis 26. Dezember und vom 30. Dezember bis zum 3. Januar wird ganz Italien zur zona rossa; die Bars und Restaurants sollen geschlossen bleiben, und der Besuch einer anderen Gemeinde ist nicht mehr erlaubt. Eine bittere Pille, zumal die Italiener ja auch schon das Osterfest im totalen Lockdown verbringen mussten. Derzeit soll noch an Ausnahmen für alleinlebende Ältere gefeilt werden, die möglicherweise doch von den Angehörigen besucht werden können.

Unsere Nachbarregion Venetien will sogar schon ab Samstag, 14 Uhr, den harten Lockdown einführen.

Donnerstag, 17. Dezember

Zu den Merkwürdigkeiten meiner Jugend gehört, dass ich fünf Jahre Japanisch an der Schule gelernt hatte – als erste Klasse überhaupt deutschlandweit, was insofern prima war, weil wir alle Bestnoten bekamen, denn man wollte das Projekt ja nicht scheitern lassen. Damals glaubte man eben noch, dass Japan einst die führende Weltmacht sein würde. Rückblickend hätten wir wohl lieber Chinesisch lernen sollen (wobei sich Japaner und Chinesen einen Satz Schriftzeichen teilen, so dass ich ein paar Wörter auf Chinesisch immerhin lesen und schreiben kann).

Jedenfalls wollte ich euch dieses nette Fundstück über die feinen und nicht so feinen Unterschiede der ostasiatischen Schriftsprachen zeigen (Quelle: itchyfeetcomic.com).

Freitag, 18. Dezember

Lasst uns über Kaffee reden. Denn ich wurde auf Facebook danach gefragt und bekam daraufhin auch noch ein paar Mails zu dem Thema.

Ja, ich habe schon einiges darüber geschrieben und werde in den nächsten Wochen alles, was ich habe, online stellen. Eine Geschichte steht schon auf meiner Seite, nämlich ein Besuch bei Enrico Maltoni, der die weltgrößte Sammlung von Espressomaschinen besitzt. Gekürzt im »Feinschmecker« erschienen, in aller Pracht hier nachzulesen.

Enrico (rechts) macht alles richtig – und trägt auf Fotos keine gestreiften Hemden.

Und auch einen Reiseführer durch die Kaffeehauptstadt Triest mit vielen Kaffeehaustipps habe ich schon auf meinem Blog veröffentlicht: hier entlang.

Alles Weitere folgt!

Es war ein wildes, schwieriges Jahr. Aber ich denke, wir haben das Beste draus gemacht. Die Familie ist gesund, und ich hatte viel Zeit zum Schreiben. Mit euch als Leserinnen und Leser – mit euren Nachrichten, eurem Lob und eurer Kritik – war es sehr angenehm. Ich hoffe, ich habe immer allen geantwortet und niemanden übersehen. Unter stefan.maiwald@golfmagazin.de (oder @golfjournal.de) könnt ihr mich jederzeit erreichen.

Jetzt geht es ans Verpacken der Geschenke. Ich wünsche euch allen frohe Festtage und einen guten Rutsch!