Über das Schreiben historischer Romane

Das Schreiben historischer Romane ist ein Marathonlauf, bei dem jemand zusätzlich ein paar Hürden und sonstige Hindernisse in den Weg geworfen hat.

Die Arbeit, die dahintersteckt, ist wirklich enorm. Auch dann, wenn man sich von vornherein drauf einstellt, kann es überraschend und frustrierend zugleich sein.

Der Grund ist banal: Es ist schwierig, das typische Alltagsleben historischer Epochen vernünftig und realistisch darzustellen.

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Der Schreibtisch hält es gerade so aus.

Man weiß einiges über das Leben an Königshöfen, aber wenig über das Dasein der normalen Bürger. Was gab es zum Frühstück? Wie kleidete man sich? Wie sah der Alltag aus? Welche Medizin nahm man, wenn man erkältet war oder Fieber hatte? Wie teuer war ein Glas Wein? (Münze, Maße und Gewichte: ein eigenes, riesiges Thema.) Was machten Freunde miteinander? Glaubte man wirklich an Gott, oder tat man nur so?

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Guten Abend, ich bin hier der Chef, und ich kleide mich, wie ich will. 

Man findet alles – aber selten auf Anhieb. Die Frage, wie man im 16. Jahrhundert einen Sultan anredete, kostete mich beispielsweise einige wertvolle Tage. Und auf »Allwissender Mentor« muss man ja erst mal kommen.

Das Glück beim Schreiben meiner historischen Romane war zweierlei. Erstens ist das venezianische Leben außergewöhnlich gut dokumentiert. Venezianer waren Kaufleute und damit Buchhalter.

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Der Baccalà kommt nach Venedig – dank eines Schiffsunglücks.

Zweitens spreche ich Italienisch und hatte daher viele Originalquellen zur Verfügung, mit denen sich andere Kolleginnen und Kollegen wohl schwer getan hätten. Da hier viele mitlesen, die selbst mit dem Gedanken spielen, einen (historischen) Roman zu schreiben, kann ich jedem von euch nur empfehlen, bei seinen Stärken zu bleiben. Ich würde nie einen historischen Roman schreiben können, der am spanischen Königshof spielt, denn mehr Spanisch als »Una cerveza, por favor« habe ich nicht zu bieten.

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Die historischen Anlegestellen am Canal Grande.

Der Lohn der Recherche: Mir ist bislang, toitoitoi, kein einziger Schnitzer unterlaufen. Oder sagen wir mal so: Noch hat keine Leserin und kein Leser etwas Ungenaues gefunden. Wenn ich, in sehr seltenen Fällen, die Wirklichkeit zu Gunsten der Handlung etwas zurechtbog, habe ich im Nachwort der jeweiligen Romane darauf hingewiesen. Beispielsweise habe ich einmal die Dogenwahl um ein Jahr verschoben, weil es gut zur neuen Mission des Spions des Dogen passte.

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Eines der gefürchteten Piratennester. Sogar Goethe hatte bei seiner Italienreise noch Angst vor der Versklavung durch osmanische Piraten.

Eine historische Ungenauigkeit, in die ich gleich zu Beginn beinahe getappt wäre: Den einsamen Gondoliere gibt es erst seit dem späten 19. Jahrhundert. Der Ruderer erzeugt den Vortrieb mit dem Riemen nur auf der Steuerbordseite. Daher ist die Backbordseite stärker gewölbt und 24 Zentimeter länger. Der Gondoliere rudert gewissermaßen gegen die Schieflage an, was für eine flotte Geradeausfahrt sorgt – aber diese Asymmetrie ist eine recht neue Erfindung des Bootsbauers Domenico Tramontin, der die ersten Exemplare 1884 vorstellte; zuvor mussten die Gondeln zumeist von zwei oder mehr Ruderern gesteuert werden, wie auch auf vielen alten Gemälden und Stichen zu sehen ist.

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Die Trilogie wird am 28. Februar 2019 komplettiert.

Ein großes, dickes Dankeschön an die Autorinnen und Autoren der hier abgebildeten Bücher. Ohne ihre Arbeit wäre die meine unmöglich gewesen.

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Hier noch einmal die nützlichen Bücher in Großaufnahme. Viele davon kann ich auch…

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…als Lesestoff für Venedig-/Italien-/Mittelmeerliebhaber empfehlen.

Hier gibt es übrigens ein paar spannende historische Fakten zu Venedig und vor allem zum Karneval, auf die ich bei meinen Recherchen gestoßen bin, und hier kommen ein paar Schauergeschichten aus der Stadt. Hier und hier gibt es Tipps für einen perfekten Venedig-Urlaub, und hier geht es zu meinen Büchern.

 

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Danke, liebe Leserinnen und Leser!