Die letzten Geheimtipps und ein Kater-Selfie: Mediterrane Wochenschau LXXIII

Hier kommt der einzige Newsletter, der zum ersten Mal Gnocchi selbst gemacht hat! (Okay, eigentlich war’s meine Tochter, ich war nur für niedere Schneidearbeiten zuständig.) Müsst ihr euch aber nicht geben. Die Küche sah danach aus, als wäre Pablo Escobars Vorratslager explodiert.

Montag, 11. Oktober

Ich werde mehrmals pro Woche von Leserinnen und Lesern nach Restauranttipps gefragt – nicht nur für Grado oder Venedig, sondern auch für ganz Italien. Ich beantworte jede Mail, aber ganz ehrlich: Es ist kompliziert, anderen Menschen Restauranttipps zu geben. Ich tue mich ja schon bei meinen besten Freunden schwer. Der eine will Meerblick, der andere eine vernünftige Weinkarte. Für manche sind schon 40 Euro für ein Abendessen zu zweit viel Geld, für manche kann es gar nicht exklusiv genug sein. (Fun Fact Nummer eins: In Drei-Sterne-Restaurants ist immer ein Kellner nur fürs Wassernachschenken abgestellt. Fun Fact Nummer zwei: Bei Ferran Adría gab es ein Gericht, das Oktopusluft hieß: Ihr bekamt einen mit Klarsichtfolie überzogenen Teller. Dort musstet ihr dann Löcher reinstechen und den Duft eines Oktopus einatmen. Das war’s, nächster Gang. Fun Fact Nummer drei: Kellner in Sternerestaurants heißen natürlich nicht Kellner, sondern zum Beispiel Chef de rang oder Commis de rang.)

Viele fragen mich nach einer »typisch italienischen Trattoria ohne Schickimicki«, aber auch was Schickimicki ist, definiert ja jeder anders.

Als Leserinnen und Leser dieser Seite seid ihr schon absolute Insider. Alle meine Tipps und Geheimtipps findet ihr hier, ich halte nichts zurück für ganz spezielle Freunde. 

Nochmal kurz verlinkt: Alles zu Grado lest ihr hier und hier. Jede Menge Venedig-Tipps für kleine und große Geldbeutel lest ihr hier.

Und hier stehen Tipps zum Gardasee, zur Toskana und zu Triest. Meine Lieblingshotels in Italien – alle natürlich eigenhändig beschlafen – stehen hier, wobei ich sie gerade um ein paar schöne neue Häuser ergänze.

Übrigens: Die Formulierung »für kleine und große Geldbeutel« müsste man in zunehmend bargeldlosen Zeiten auch mal überdenken. Vielleicht: »…für jede Kreditkartenfarbe«?

Dienstag, 12. Oktober

In der englischsprachigen Welt wird ja gerade arg entbehrt. Beim »Sober October« (»nüchterner Oktober«) will man einen Monat auf Alkohol verzichten (ich finde: »No-vember« hätte doch auch gut gepasst) und teilt die Fortschritte fleißig in den sozialen Netzwerken. Auch werden Ratschläge gegeben, wie man seinen Alkoholkonsum am besten einschränkt. Sehr lustig fand ich folgenden Tipp: Mach am Morgen mit einem besonders schlimmen Kater ein Selfie von dir und benutze es als Bildschirmhintergrund auf dem Handy. Um dich immer wieder daran zu erinnern, wie fies es dir nach zu viel Wein geht.

Andererseits zitiere ich immer wieder gern den großartigen Michalis Pantelouris: »Man muss sich im Leben entscheiden, ob es einem am Abend oder am Morgen gut gehen soll.«

Mittwoch, 13. Oktober

In diesen Tagen ist noch ein schöner Schwung Buchfotos reingekommen. Dank an Leserin Rosi C. (Grado) und an Gudrun und Heribert P. (Bardolino)!

Donnerstag, 14. Oktober

Mal ein ganz anderes Buchfoto: Mein Golfbuch steht in St. Andrews! Ich könnte stolzer nicht sein. Der Kollege @thenewgentlemangolfer hat es bei Topping & Company entdeckt.

Freitag, 15. Oktober

Beim Nobelpreis übergangen – Frechheit. Egal, ich mache mich jetzt an eine Familiensaga. Da kommt was Großes auf euch zu!

Aber vorher habt ihr hier die Fundstücke der Woche.

1. Wie die junge Generation von Italienern das Bauerndasein entdeckt.

2. Warum der Aktienmarkt völlig korrupt ist und nur Insidern große Gewinne ermöglicht. Nicht aus dem Kommunistischen Manifest, sondern vom unternehmerfreundlichen Medienunternehmen Bloomberg. Ich hatte ja vor drei Wochen über meine Aktien-Abneigung geschrieben und behauptet, man solle sein Geld, sofern übrig, lieber in eine Immobilie im Süden stecken. Grado hat zwei Weltkriege und sogar einen Staatenwechsel überstanden. Und leisten kann man es sich hier auch noch.

3. Wie heißt Deutschland in der Welt? Hier schaut ihr nach.

Ganz schön viel Alemannia! Quelle: @ifuckinglovemaps

Zitat der Woche: 

»Ich werde ja nicht dafür bezahlt, dass ich Sandwich mit Sandwich übersetze, sondern mit Klappstulle.« – Harry Rowohlt

Zur vorigen Wochenschau (mit Mick Jagger und dem Ende des Universums) geht es hier entlang.

Die nächste »Mediterrane Wochenschau« erscheint wie immer am kommenden Freitag.

Ich wünsche euch allen eine wunderbare Woche!