33 Tipps: Venedig für Autoren, Maler, Fotografinnen, Kreative

…und natürlich auch für Autorinnen, Malerinnen und Fotografen, aber für korrektes Gendern war oben einfach zu wenig Platz.

Also, ihr Lieben, nachdem ich gerade einen sehr schmucken Reiseführer von Merian überarbeitet und ergänzt habe und außerdem bald ein ganz neuer Venedig-Schmöker von mir erscheint (Details weiter unten), dachte ich, ich teile einfach mal die Dinge, die ich in den letzten Monaten bei den Recherchen entdeckt habe. Dieses Mal geht es nicht um preiswert oder luxuriös, um Design oder Tradition, um Geheimtipps mit möglichst wenig Touristen oder Trattorien abseits der üblichen Pfade – sondern ganz schlicht darum, wo ihr euch inspirieren lassen könnt und wo im besten Fall schon große Geister zu Besuch waren. Orte mit kreativem Karma, sozusagen.

Natürlich könnte die Liste nahezu endlos sein, denn nur wenige Kreative haben sich in den letzten Jahrzehnten einen Venedig-Besuch entgehen lassen. Aber bevor ich etwas empfehle, wollte ich es mir wenigstens selbst anschauen.

HOTELS MIT GUTEN GESCHICHTEN 

La Calcina
Traditionsreiche, gerade modernisierte Pension an den Zattere, mit Blick über den Kanal nach Giudecca. Das Hotelrestaurant ist auf einer Terrasse in den Kanal gebaut. Einst war es ein Lagerhaus der Kalkverkäufer (daher der Name), doch schon im 19. Jahrhundert wurde daraus ein Hotel, in dem schon Schriftsteller wie John Ruskin Inspiration fanden.
Dorsoduro, http://www.lacalcina.com

Villa F
Anfang des 20. Jahrhunderts war der idyllisch gelegene Palazzo in das weltweit bekannte Charmehotel Villa Flora verwandelt worden, in der sich auch ein Kapitel der Romanze zwischen der Schauspielerin Eleonora Duse und Gabriele D’Annunzio zutrug. Die neuen Besitzer haben das prachtvoll gelegene und luxuriöse Haus in ein Residence-Hotel mit elf Suiten umgewandelt, von denen sich atemberaubende Ausblicke bieten.
Giudecca, http://www.villafvenezia.com

Villa Casanova
Eine Villa aus den 1930er-Jahren, als hier am Lido die High Society baden ging. Alessandro Scarpa hat das Haus vor wenigen Jahren als erstes in Venedig nach den Grundsätzen der Bio-Architektur umbauen lassen: Kork zur Isolierung des Dachs, ungiftige Farben an Wänden und Möbeln, geölte Balken und Böden, Vorrichtungen zum Wassersparen in den Duschen, Schutzgeräte gegen elektromagnetische Felder und vieles andere mehr. Die nur sechs in venezianischem Stil eingerichteten Zimmer sind nach den Regeln des Feng Shui ausgerichtet (ihr kennt mich inzwischen – ich halte nicht viel davon. Aber wen es glücklich macht, den soll es glücklich machen). Zum Frühstück werden Bio-Produkte serviert.
Lido, http://www.casanovavenice.com

Villa Pannonia
Gepflegtes Haus auf der Lido-Insel. Gute heimische Küche, die Zimmer sind mit viel Sinn für moderne Kunst und Design eingerichtet. In der schicken, reduzierten Atmosphäre finden Ausstellungen wechselnder Künstler statt. Eine Besonderheit: Das Hotel bietet »Voga«-Kurse an, also das typische venezianische Rudern im Stehen, wie es – nicht nur – die Gondolieri praktizieren.
Lido, http://www.hotelvillapannonia.it

Oltre il Giardino
Alma Schindler, verwitwete Mahler, geschiedene Gropius und spätere Werfel, hatte ein kleiner, zweistöckiger Palazzo in der Nähe der Frari-Kirche so gut gefallen, dass sie ihn Anfang der 1920er-Jahre kaufte. Das von viel Grün umgebene Haus wurde 2004 in das kleine Hotel »Jenseits des Gartens« verwandelt, in dem man sich wie ein Familienmitglied fühlt.
San Polo, http://www.oltreilgiardino-venezia.com

Abbazia
Ruhige und günstige Lage in Bahnhofsnähe im Flügel eines Karmeliterklosters, mit hübschem Garten und aufmerskamem Service. Typischer Terrazzo-Boden, stilvoller und inspirierender Salon mit Bar. Im Aufenthaltsraum steht noch der originale Pult, an dem die Mönche aus der Bibel gelesen haben.
Cannaregio, http://www.abbaziahotel.com 

Accademia
Diese Pension, die auch »Villa Maravegie« heißt, liegt am Canal Grande in einem Palazzo mit Garten, in dem auch gefrühstückt werden kann. Wer lesen und entspannen will, kann das auf den hölzernen Liegestühlen tun und sich dazu einen Aperitivo gönnen. Das aufmerksame Personal hilft in vielerlei Hinsicht, etwa beim Organisieren von Eintrittskarten – oder mit Gummistiefeln, falls Hochwasser droht.
Dorsoduro, http://www.pensioneaccademia.it

 

INSPIRIERENDE ECKEN – GÄRTEN, VERLADESTATIONEN, BUCKLIGE STATUEN

Garten Eden
Ihr wisst ja, ich bin ein großer Freund des Spazierengehens. Der Garten Eden heißt wirklich so und liegt auf der Insel Giudecca. Der Engländer Frederic Eden (daher der Name) hatte sich 1880 in Venedig niedergelassen, da er sich vom milden Klima der Lagunenstadt Besserung für seine Gesundheit erhoffte. Er erwarb ein großes Grundstück auf der Giudecca-Insel, wo Obstbäume, Artischocken und Blumen wuchsen, und verwandelte es im Laufe von 20 Jahren in einen gepflegten Garten. Marcel Proust, Henry James und Rainer Maria Rilke fanden hier Muße. Gabriele D’Annunzio flanierte hier mit Eleonora Duse. Ende der 1970er-Jahre erwarb der österreichische Maler Friedensreich Hundertwasser den Garten Eden samt Palazzo. ACHTUNG: Derzeit ist der Garten leider nicht zugänglich, aber das soll sich bald ändern. Setzt ihn euch dennoch auf die Liste.

Giardini Napoleonici di Castello
Die größte städtische Grünanlage. Der venezianische Architekt Giannantonio Selva, der 1790 schon das Fenice-Theater entworfen hatte, wurde mit der Anlage dieses Stadtparks betraut. Aus den Mauerresten von mehreren Kirchen und Klöstern, die der nicht gerade kirchenfreundliche Napoleon hatte abtragen lassen, wurde – ähnlich wie in vielen deutschen Städten nach dem Zweiten Weltkrieg – ein Trümmerberg aufgeschüttet, der sogenannte »Motta«-Hügel. Ringsum kann man heute auf dem mehr als sechs Hektar großen Gelände, das auch das Zuhause der Kunstbiennale-Pavillons ist, unter Linden, Pappeln und Platanen wandeln.

Und der Park um den Palazzo Gradenigo wurde zum Schauplatz von Romanen zweier bedeutender Schriftsteller: Henry James siedelte hier »Die Aspern-Schriften« (1883) an, Gabriele D’Annunzio »Das Feuer« (1900). Auch Alma Mahler schien sich einen besonders schönen Garten erträumt zu haben, als sie im Jahr 1922 beschloss, im Stadtteil San Polo ein Haus zu erwerben. Bis zum Jahr 1934 genoss sie mit ihrem dritten Ehemann Franz Werfel dieses »wahre Paradies« (wie sie schrieb), über das sich heute die Gäste des Hotels Oltre il Giardino – siehe oben – freuen können.

Gobbo di Rialto 
Gegenüber der Kirche San Giacomo dell’Orio hockt eine marmorne Figur des 16. Jahrhunderts, die als »Buckliger von Rialto« bezeichnet wird. Neben diesem »Gobbo« (Buckliger), der in Wirklichkeit nicht bucklig, sondern nur gebeugt ist, steht eine Säule, von der herab Kundmachungen, Verordnungen und Urteile verlesen wurden. William Shakespeare könnte von diesem »Gobbo« zum Namen von Lanzelot Gobbo, einer der Hauptfiguren seiner Komödie »Der Kaufmann von Venedig«, angeregt worden sein. Jaja, schon klar, Shakespeare selbst war höchstwahrscheinlich nie in Venedig – wobei, in diesem Roman war er es schon –, aber er könnte von dem Buckligen durchaus gehört haben.
San Polo, Campo San Giacomo.

Bacino San Orseolo
Die Gondel-Anlegestelle gleich hinterm Markusplatz ist Schauplatz täglicher Komödien und filmreifer Szenen: Dutzende Gondeln drängen sich am Ufer, um die Reisegruppen, oft aus Asien, portionsweise in ihre schaukelnden Gefährte zu verfrachten. Die Gondolieri machen bei der Riesen-Schau gern mit: Die ältere Dame wird mit Handkuss in die Gondel verfrachtet, während sich der ältere Herr ob seiner Tapsigkeit ein paar derbe Sprüche anhören muss – allerdings in für ihn vermutlich unverständlichem Dialekt.
San Marco.

 

MUSEEN UND GALERIEN (ABER NICHT DAS ÜBLICHE ZEUG)

Museo Casa di Corto Maltese
Seit einigen Jahren ist Hugo Pratt (1927–1995), der Schöpfer des berühmten Comic-Helden Corto Maltese, wieder in Venedig zu Hause; er hatte sein Atelier am Lido. In diesem Museum wird der Besucher in Leben und Werk des italienischen Comic-Autors eingeführt – schließlich haben in Italien Comics, ähnlich wie in Frankreich, einen Platz in der Hochkultur.
Cannaregio, Rio Terà dei Birri.

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Dieser Kapitän ist mit allen Wassern gewaschen.

Ikona Gallery
Die in Zagreb geborene und in Venedig beheimatete Živa Kraus eröffnete vor dreißig Jahren in Venedig ihre erste Fotogalerie, die zu einem Bezugspunkt der internationalen Fotokunst und zum Sprungbrett junger Fotografen wurde.
Cannaregio, Campo del Ghetto Nuovo.

Ein Bilderrätsel zur Inspiration
Die Gallerie dell’Accademia sind natürlich kein Geheimtipp, aber dieses eine Bild ist es eben doch noch irgendwie: »Das Gewitter« des Italieners Giorgione (siehe unten) ist nämlich das wohl rätselhafteste Bild der Kunstgeschichte. Das Bild zeigt einen gewittrigen Himmel über arkadischer Landschaft, einen Mann mit einem Stab und eine nackte Frau mit einem Baby an ihrer Brust. Doch der Mann und die Frau wirken verstörend auf den Betrachter, die Symbolsprache ist völlig unklar. Sind hier, nach der griechischen Mythologie, ein Zigeuner und eine Nymphe zu sehen? Oder eine Zigeunerin und ein Soldat? Zeigt das Bild eine Liebschaft von Zeus, die Geburt des Bacchus? Eine Szene aus Ovids, Boccaccios oder Petrarcas Werken? Ist es eine alte Legende aus Padua? Sind es Adam und Eva mit Kain? Ist es die Auffindung des Moses? Ist es die Flucht Marias und Josephs mit dem Jesuskind vor Herodes? Warum ist das Baby in einer so merkwürdigen Stillposition, die den Blick auf die intimsten Bereiche der Mutter ermöglicht? Hat sie einen Brautschleier an oder nicht? Und warum blickt der Mann zwar in die Richtung der Frau, aber doch offenbar an ihr vorbei? Viele Künstler bezeichnen »Das Gewitter« als ihr Lieblingsbild.
Dorsoduro, Campo della Carità.

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Wenn ihr kapiert, was hier zu sehen ist, könntet ihr sehr berühmt werden.

Archivio Luigi Nono
Seit 2006 hat die Stiftung Luigi Nono ihren Sitz in der Sala delle Colonne im ehemaligen Kloster Santi Cosma e Damiano. Das Archiv wurde 1993 auf Initiative der Witwe des venezianischen Komponisten, der 1932 geborenen Schönberg-Tochter Nuria, gegründet, um den Nachlass zu erhalten. Es umfasst Tonband- und Kassettenaufnahmen der Werke Nonos, Material- und Arbeitsbänder zur Erstellung seiner elektronischen Kompositionen, eine Bibliothek mit 10.000 Bänden sowie eine Schallplattensammlung mit 1200 Titeln.
Giudecca, Fondamenta Berlomoni.

 

BÜCHER UND FEINE DRUCKERZEUGNISSE

Libreria Toletta
1933 eröffnete Angelo Pelizzato in Dorsoduro eine Buchhandlung, in der auf wenigen Regalen viele Bücher zu finden waren. Seine Nachfolger ersannen eine neue Verkaufsstrategie: Seltene oder ältere Bücher werden seither zum halben Preis angeboten, Neuerscheinungen dank Absprachen mit den Verlagen mit beträchtlichem Rabatt. Neben der »historischen« Libreria liegen das auf Architektur und Design spezialisierte Toletta Studio und der Toletta Cube, wo Kunst- und Bildbände angeboten werden.
Dorsoduro, Calle Toletta.

Libreria Acqua Alta
Nicht die schönste, aber bestimmt die ungewöhnlichste Buchhandlung Italiens: Venedig-Reiseführer werden in einer echten Gondel aufbewahrt. Die meisten Kunden kommen allerdings nur fürs Selfie her. Dennoch gibt es ein paar Entdeckungen. Denn jedes Mal, wenn ich die Libreria betrete, nehme ich mir einen Verriss vor, doch dann findet sich doch immer ein besonderes antiquarisches Objekt. Zuletzt habe ich ein Buch über die Goldenen Jahre Italiens gefunden (Miriam Mafai: »Il Sorpasso« über die Wirtschaftswunderjahre 1958 bis 1963).
Castello, Calle Lunga Santa Maria Formosa.

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Eine ziemlich wilde Angelegenheit, diese Buchhandlung.

Basso
Alles für die Inspiration: Visitenkarten, Exlibris und Briefpapier, die auf uralten Druckerpressen hergestellt werden – denn die Papierherstellung hat in Venedig, wie in Florenz, eine lange Tradition. Zur Kundschaft Gianni Bassos, dem »Gutenberg von Venedig«, zählen Berühmtheiten aus aller Welt.
Cannaregio, Calle del Fumo.

Ebrû-Valese
Alberto Valese hat eine lebenslange Passion: marmoriertes Papier. Juweliere beauftragen ihn mit der Herstellung von Schmuck aus Marmorpapier, sein Papier wird von Bühnenbildnern benutzt und seine Arbeiten sind in Museen in aller Welt vertreten. Valese gibt die Kunst der Herstellung des marmorierten Papiers auch in Workshops weiter.
San Marco, Campo Santo Stefano.

Filippi
Älteste Buchhandlung der Stadt, spezialisiert auf alles rund um Venedig – Geschichte, Kunst, Kulinarik, tägliches Leben.
Castello, Calle Paradiso.

Venedig Krimi

Im Frühjahr ist es soweit – ein sehr lustiger, sehr spannender, sehr venezianischer Krimi! Hier gibt es Einzelheiten, und er kann auch schon vorbestellt werden!

 

CAFÉS, UM ALLE EINDRÜCKE SETZEN ZU LASSEN

Querinicaffè
Ein modernes Café-Restaurant in einem Palazzo aus dem 16. Jahrhundert: Eine Bibliothek und Säle mit Kunstwerken venezianischer Maler vom 14. bis 20. Jahrhundert gehen bruchlos in die Räume über, die vor 50 Jahren vom stilbildenden venezianischen Architekten Carlo Scarpa und unlängst vom Tessiner Baumeister Mario Botta modernisiert wurden. Das elegante Café lockt nicht nur mit seinem modernen Look, sondern auch mit gutem Espresso.
Castello, Campo Santa Maria Formosa.

Imagina
Das immer gut besuchte Lokal ist Café, Bar und Kunstgalerie in einem. Sehr gelungenes modernes Design. Verfolgt die lebhaften Debatten über die jeweils ausgestellten Werke – oder die genauso leidenschaftliche Diskussion, wie das Selfie mit Freunden am Tisch am besten gelingt.
Dorsoduro, Campo Santa Margherita.

Florian
Klar, dass das hier irgendwie reingehört, mit Besuchern wie Thomas Mann, Charles Dickens, Stendhal, Claude Monet und Andy Warhol. Aber wir wollen es uns hier ja nicht zu einfach machen. Wer mehr über das legendäre Café lesen will: Hier steht, warum 10 Euro für einen Cappuccino dort völlig angemessen sind.
San Marco, Campo San Marco.

 

ALSO GUT: DOCH NOCH ZWEI RESTAURANTS WEGEN IHRER BESONDERHEITEN UND WEIL ICH SIE BISLANG NOCH NIRGENDS ERWÄHNT HATTE

…ausführlichere Restauranttipps gibt es hier (preiswert) und hier (luxuriös).

Vecio Fritolin
Das traditionsreiche Restaurant befindet sich in einem Palast des 15. Jahrhunderts, in dem Caterina Cornaro, zeitweise Königin von Zypern, geboren wurde. Hier wird in erster Linie Fisch serviert. Dokumente belegen, dass in dem Haus schon seit dem 18. Jahrhundert Gäste bewirtet wurden.
Santa Croce, Calle della Regina.

La Zucca
Frisches, fantasievoll zubereitetes Gemüse, es gibt aber auch Fleisch, etwa Entenbrust an Äpfeln, außerdem verführerische Nachspeisen. Weil es nur 35 Plätze gibt – sowie bei schönem Wetter zwölf Plätze draußen –, sollte unbedingt reserviert werden. Besonderes Erlebnis: Hier können Gäste direkt mit dem Boot vorfahren (bzw. sich vorfahren lassen.)
Santa Croce, Calle del Tintor.

 

AUSSEHEN WIE CASANOVA

Monica Daniele
Der tabarro, ein knielanger Überwurf-Mantel, ist das venezianische Kleidungsstück: Er kleidet Damen und Herren, und am besten kauft man ihn bei Monica Daniele, die ihn von Hand herstellt. Als Farben stehen Schwarz, Grau oder Dunkelblau zur Auswahl, denn ein Tabarro ist exzentrisch und zurückhaltend zugleich. Signora Daniele verkauft auch selbst entworfene Hüte – wer es sich traut, kauft passend zum Mantel den tricorno veneziano, den venezianischen Dreispitz.
San Polo, Calle dello Scaleter.

 

NOCH DREI WIRKLICH BESONDERE ORTE

Jüdischer Friedhof
Die Friedhofsinsel San Michele kann ja jeder: Der alte jüdische Friedhof auf der Lido-Insel mit seinen Grabplatten aus dem 14. bis 17. Jahrhundert inspirierte schon Johann Wolfgang von Goethe, Lord Byron und Mary Shelley.
Lido.

Serra dei Giardini
Einst wurden hier Palmen und exotische Gewächse für die noblen Palazzi gepflegt. Aus dem lange vernachlässigten Glas-Eisen-Bau aus dem Jahr 1894 ist eine Stätte der Muße und kulturellen Begegnung geworden, mit einem Café, einer kleinen Bibliothek und vielen Veranstaltungen wie Lesungen. Pflanzen werden auch immer noch verkauft.
Castello, Viale Giuseppe Garibaldi.

»Edipo Re«
Ein Törn mit dem Boot, auf dem einst Pier Paolo Pasolini seine Anregungen fand – eine zauberhafte Art, Venedig zu erkunden. Hier gibt es Einzelheiten.

 

UND ZUM SCHLUSS: IDEALE ORTE FÜR DEN TYPISCH VENEZIANISCHEN APERITIVO

…denn schließlich haben Kreative ein traditionell lockeres Verhältnis zum Alkohol.

Al Mascaron
Aus dem einst schlichten bacarò ist zwar längst auch ein Restaurant geworden, aber an der Theke ist noch genügend Platz für ein Glas Wein und ein paar cicchetti.
Castello, Calle Luna Santa Maria Formosa.

Al Volto
1300 Weinsorten stehen in diesem sympathischen Lokal zur Wahl. Außerdem gibt es eine große Auswahl an ungewöhnlichen Bieren, etwa das Tennent’s Oak Aged, das in Whiskyfässern heranreift. Kleine, aber feine Karte mit Hauptgerichten wie dem tris di baccalà mit Polenta.
San Marco, Calle Cavalli

Alla Frasca
Gemütliches historisches Ambiente, köstliche cicchetti, viele Weine im Offenausschank.
Cannaregio, Corte della Carità.

Belmond Cipriani
Bei Walter Bolzonella lässt es sich an der legendären Hotelbar vortrefflich versacken. Im Gegensatz zu vielen anderen gefeierten Bars wird man hier dem Hype gerecht. Sind Schauspieler wirklich Künstler? Das ist eine Frage, die ich mit mir selbst immer sehr angeregt diskutiere, aber gerade im September war Joaquin Phoenix hier, und auch George Clooney kommt gern zu seinem Kumpel Walter. Und ich war mir nicht zu schade, John Cleese, einen Helden meiner Jugend (»Monty Python«, »Ein Fisch namens Wanda«) um ein gemeinsames Foto zu bitten.
Giudecca 10.

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Hier quetsche ich Walter nach seinen besten Tipps aus. Und trinke zu seinem Entsetzen Wein.

Und wer noch mehr über Venedig wissen will – Geheimtipps, Hotels für jedes Budget, Spuk-Palazzi, typische Trattorien, Schauergeschichten –: Hier findet ihr wirklich alles.

Wie immer freue ich mich über Anregungen, Kritik und Lob. Schreibt mir einfach hier.

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