Grado: Was ist neu 2020? Hotels, Restaurants, Strandclubs, gutes Leben…

Hier kommen alle Neueröffnungen, Personalien und Überraschungen. Kurzum: kulinarischer Klatsch und Tratsch.

Tipp: Merkt euch diesen Beitrag als Lesezeichen und schaut kurz vor eurem Grado-Urlaub noch einmal vorbei, ich aktualisiere den Text ständig.

Und noch kurz vorab: Grado ist nicht London oder Paris; »neu« heißt, dass manche der genannten Etablissements schon ein oder zwei Sommer existieren. Für Grado ist das brandneu!

Jetzt aber los.

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Warum sind solche Plakate eigentlich aus der Mode gekommen?

UPDATE 7. MÄRZ 2020: ZWEI GANZ NEUE RESTAURANTS

Just in diesen Tagen haben zwei wirklich neue Restaurants aufgemacht, und ich denke, beide werden eine Bereicherung sein. Da wäre zum einen das Abenteuer meines Kumpels Raul Julian Scachinke. Der Mann ist Argentinier, lebt aber schon seit zwanzig Jahren in Grado und eröffnete nun die Trattoria »Le Cube« (Piazza Duca d’Aosta), in der es nicht nur typische Meeresspezialitäten gibt, sondern auch bestes argentinisches Fleisch, dazu typische Empanadas, gefüllter Blätterteig. Im Saal: Julians Frau Silvia, ebenfalls aus Argentinien. Eine gute Fleischküche hat in Grado immer gefehlt.

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Nicht ganz die typische Gradeser Inselküche.

Und die zweite Neuheit: Das ehemalige »Fifty« direkt am Hafen verwandelt sich in eine Trattoria, geführt von Mauro und seinem Sohn, denen das legendäre Lagunen-Restaurant »Ai Ciodi«gehört, das man nur mit dem Boot erreichen kann. Eröffnung war just am 6. März. Der Name ändert sich in »Portobuso«, und weil Mauro die Fische und Meeresfrüchte selbst fängt, wird das »Portobuso« mit Sicherheit einschlagen. Und wer zu ihm auf die Insel will: Eröffnung ist am 10. April.

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Frisch geschlüpft, vorerst noch mit kleiner Karte: das neue »Portobuso«.

ZWEI NEUE HOTELS 

Die Hotelszene in Grado ist nicht gerade das, was man dynamisch nennen könnte: Viele Herbergen sind schon etwas angestoßen, und die letzte wichtige Neueröffnung, das Laguna Palace, liegt auch schon wieder 15 Jahre zurück. Zugegeben, das Alter vieler Häuser macht ja gerade einen Teil des etwas verschlafenen Gradeser Charmes aus, aber nun endlich sind zwei Häuser zu verkünden, die einen schönen Gegensatz zur ältlichen Bausubstanz bilden.

Als erstes gibt es nun die schicke Doppel-Herberge Sunset und Sunrise direkt am alten Strand, mit modernen, stilvollen Möbeln, einer schmucken Lounge samt Weinkühlschrank, und einige Zimmer offerieren sogar Meerblick. Unser Tipp: die Familienzimmer im Sunrise. Als zweites hat Laura Fortuna, Grado-Kennern als Chefin des vorzüglichen Altstadt-Restaurants »Laura e Christian – Spaghetti House« ein Begriff, das Laura e Christian Rooms eröffnet, sechs mit viel Geschmack eingerichtete Zimmer nicht weit vom Fischerhafen. Vorteil: Wer bei Laura wohnt, wird keine Schwierigkeiten haben, bei ihr einen Tisch zu reservieren. Beide Häuser sind bezahlbar (DZ ab 115 bzw. ab 80 Euro), und erfreulicherweise werden die Preise in der Hochsaison nur um ein paar Euro angehoben. Mehr Infos: www.sunsetgrado.com und www.ristorantelauraechristian.it

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Laura e Christian Rooms – hier wohnt es sich angenehm. Foto: Nico Gaddi.

DIE BESTE PIZZA

Es gab ein kleines kulinarisches Erdbeben, als Vincenzo, langjähriger Pizzaiolo im Delfino Blu im Ortsteil Città Giardino, im letzten Jahr das Team wechselte. Nun freuen sich die Kunden im La Darsena (direkt am Ortseingang von Grado, noch vor der Brücke rechts) über sein feines Händchen, während im Delfino Blu ein Neuer am heißen Ofen steht – der seine Sache aber auch ganz ausgezeichnet macht. Derzeit ist das Delfino Blu geschlossen, Anfang März soll es wiedereröffnen.

WEITERE NEUE RESTAURANTS

Ebenfalls am Hafen, direkt gegenüber vom Fifty, hat die Osteria de Mar geöffnet, in der besonders Einheimische gern einen Aperitivo trinken. Es gibt auch eine kleine, feine Karte mit Fischspezialitäten und beinahe venezianisch anmutenden cicchetti, köstlichen Häppchen auf Brot.

Der Campiello della Torre ist ein großes Rätsel – der Platz ist einer der hübschesten in Grado, und doch hatte bislang kein Pächter des Eckrestaurants dort Glück. Nun hat gerade im Dezember 2019 etwas völlig Neues eröffnet, die Prosciutteria IE, das Gasthaus einer Mini-Kette des berühmten Schinkenproduzenten Dok Dall’Ava aus San Daniele. Es wird sehr spannend zu erleben sein, ob Gradeser und auch Reisende friulanische Spezialitäten zu schätzen wissen – die zweifellos köstlich sind.

MEHR PLATZ

Und das Santa Lucia hat im Winter den Innenraum umgebaut. Jetzt gibt es mehr Platz, um Antonios ausgezeichnete Fischküche zu genießen. Ich esse ja am liebsten die Pappardelle (dicke Bandnudeln) mit mazzancolle (Garnelen) und schwarzen Trüffeln.

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Kurze Werbeunterbrechung: sehr lustig, sehr spannend, erscheint Ende April.
Gern ignorieren – oder hier vormerken.

ZWEI KAFFEE, BITTE!

Die Schwestern Alessandra und Maddalena haben das Café beim Eurospar-Supermarkt übernommen, es ordentlich entrümpelt und passenderweise Sisters genannt. Ich verziehe mich morgens in meine Stammecke. Die meisten E-Mails die ihr von mir am Morgen bekommt, stammen direkt aus dem Sisters.

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Mein Kaffee, meine Ecke. Aber den Keks könnt ihr gern haben.

Und die Familie des legendären Mosaico in Aquileia hat nun eine Dependance in Grado eröffnet. Im Dolce Isola gibt es köstliche Süßspeisen und natürlich auch den Kaffee aus eigener Röstung. (Via Caprin, ganz in der Nähe des Postamts.)

LANDPARTIE

Schauen wir, was es rund um Grado Neues gibt. Da wäre als erstes das Casa Delneri, ein nagelneues Bed & Breakfast in Aquileia, gegründet von Luigi Delneri, dem langjährigen Fußballtrainer unter anderem von Juventus Turin, und geführt von seiner Tochter. Im Erdgeschoss befindet sich zudem eine hübsche Bar, die vom Morgen bis zum abendlichen Aperitivo allen offen steht.

Die ehemaligen Besitzer des Alla Pace in Grado haben sich ihren Traum vom Landgasthof erfüllt und ihren Bauernhof in Fiumicello zu einem köstlichen Bio-Restaurant umgebaut. Im Al Granaio (Via Tiel 24) sitzt man nicht nur romantisch, sondern isst auch gut und saisonal.

Und in meinem ehemaligen Lieblingslokal La Pergola direkt an der Hauptstraße in Aquileia (gegenüber des sehr guten Fischrestaurants Corallo) ist jetzt eine Häppchen-Bar namens Break & Bike. Es gibt typisch friulanische Aufschnittplatten mit Montasio-Käse, belegte Brote, allerlei Süßes und eine gute Weinauswahl. Das Angebot richtet sich auch an die vielen Fahrradtouristen, die auf der Route parallel zur Hauptstraße unterwegs sind.

STRANDLEBEN

Und dann habe ich im Sommer 2019 etwas festgestellt, was ich im Sommer 2020 mehr beherzigen würde. Also, wir Touristen, wir haben ja den Hauptstrand gern. Er liegt ja auch schön zentral. Aber ich habe gemerkt, dass man es auch sehr sehr gut an den beiden benachbarten Stränden aushält, nämlich zum Beispiel in den Beachclubs Piper oder Tivoli in Spiaggia Vecchia oder im Laguna Gradese in Pineta – übrigens betrieben von ebenjenen Schwestern, die auch das neue Café übernommen haben.

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Die Kitesurfer eröffnen die Saison. Foto: Alessandra Grillo.

Diese Strandclubs werden von Privatpersonen betrieben und nicht von einer kommunalen Einrichtung wie der Hauptstrand, wo die Angestellten mitunter eine gewisse Beamtenmentalität an den Tag legen. In den Beachclubs westlich und östlich des eigentlichen Strandes – insbesondere in Pineta – ist Italien noch so, wie wir es uns vorstellen. Man erwartet, dass jeden Augenblick Bud Spencer nach einer Pfanne Bohnen mit Speck verlangt oder Terence Hill mit dem Strandbuggy vorfährt.

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33 bewährte und zeitlose Tipps für Grado gibt es hier.

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