Falsche Cocktails, echte Botschafter, Fabelwesen, Mondpreise: Mediterrane Wochenschau CXXIV

Leute, was für eine turbulente Woche. Hier kommt jedenfalls der einzige Newsletter, der stolz wie Bolle ist! Denn ich war auf der Frankfurter Buchmesse, um den Preis für den besten Travel Blog entgegenzunehmen. Und mein neuer Krimi ist ja auch noch erschienen. Aber beginnen wir das Wochenende ganz entspannt.

Montag, 17. Oktober

Reden wir zunächst über alkoholische Getränke. In den USA ist der Negroni sbagliato Mode geworden, seit Emma d’Arcy, eine der Hauptdarstellerinnen von »House of the Dragon«, in einem Interview davon geschwärmt hat. Ihr wisst, ich bin kein Cocktailfan, aber vom Aufschreiben des Rezepts allein bekomme ich ja noch keine Kopfschmerzen. Also, statt Gin wird Prosecco genommen (daher auch Negroni sbagliato, »falscher Negroni«), obendrauf kommen wie gehabt Eis, zu gleichen Teilen Campari und Wermut (kurz umrühren) sowie eine halbe Orangenscheibe. Ich gehe davon aus, dass ihr davon locker mehr als einen Drink vertragt, denn es fehlt ja der hochprozentigste Inhaltsstoff. Genießt es!

Das ist ein echter, scharfgestellter Negroni. (Foto: Wikimedia Commons.)

Eines muss man diesen Cocktails lassen: Schick aussehen tun sie schon. Hätte ich mir nur damals keine Tequila-Vergiftung eingefangen. Deswegen lasse ich die Hände von allem, was mehr Alkoholgehalt als Wein hat, auch verdünnt in Mixgetränken. Die Tequila-Vergiftung holte ich mir mit 19; die Geschichte wollte ich euch ja schon vor ein paar Wochen erzählen. Mein Kumpel und ich wollten uns mal an was Hochprozentiges wagen. Was konnte daran so schlimm sein? In den Filmen, die wir sahen, wurde doch auch dauernd hartes Zeug gepichelt. Also leerten wir zu zweit erst eine halbe Flasche Whisky und dann eine Flasche Tequila. Wir merkten noch nichts, also radelten wir von der Vorstadt in unsere Stammkneipe. Dort bestellten wir Bier. Und als wir saßen, setzte dann die Wirkung ein. Aber wie. Einzelheiten erspare ich euch (und mir) gern. Nur so viel: Das Bier haben wir nicht mehr angerührt.

Wir mixten damals übrigens den Tequila, weil wir nichts anderes zur Hand hatten, mit Bananensaft. Seit jenem Tag kann ich, wie erwähnt, nichts Hochprozentiges mehr sehen – und mein Kumpel von damals, kein Witz, kriegt keine Banane mehr runter.

Dienstag, 18. Oktober

Die wichtigste Nachricht der Woche: Der Yeti ist da!

Hier steht alles über meinen neuen Krimi. Es gibt ihn in jeder Buchhandlung oder gleich bei Amazon oder bei Thalia.

Und die erste Rezension der Buchbloggerin Rana Wenzel (Instagram: @ranas_buchsalat) ist auch schon reingekommen – gleich am Erscheinungstag übrigens. Richtig fix, diese Rezensentin!

»Wendelin Kerschbaumer ist zurück in Bad Kleinkirchheim. Nach einem Brand in seiner Wohnung zieht sich der Wiener Kriminalinspektor in seinen liebsten Ferienort zurück. Doch lange kann er sich nicht entspannen, denn auf die Travestie-Künstlerin Greta Glimmer wird ein Anschlag verübt, dem weitere folgen. Stets ist Kerschbaumer in der Nähe und bald stellt sich die Frage, wem die Anschläge wirklich galten. Dass Greta Glimmer davon überzeugt ist, von einem dem Yeti ähnlichen Wesen angegriffen worden zu sein, und die Einheimischen tatsächlich an die Existenz des Waldmanns glauben, macht Kerschbaumers Ermittlungen nicht einfacher. Zusammen mit seiner Kollegin und Freundin Hilde Hofgärtner gerät Kerschbaumer in die eine oder andere brenzlige Situation, bevor er den Fall lösen kann.

Der Krimi hat mir ausgesprochen gut gefallen. Besonders sticht dabei die recht nüchterne, aber mit viel Witz und trockenem Humor gespickte Erzählstimme heraus, die sich von üblichen Krimis abhebt. Ausschweifende Landschaftsschilderungen fehlen, der Autor beschränkt sich häufig auf das Pragmatische. So erfährt man beispielsweise auf einer von Kerschbaumers Wanderungen zwar wenig über den goldenen Herbstwald, aber dafür, dass nach jedem steilen Teilstück des Wanderwegs aus gutem Grund eine Bank steht. Diese etwas andere Art der Beschreibung fand ich sehr gelungen.«

Danke!

Mittwoch, 19. Oktober

Die Hotelpreise zur Frankfurter Buchmesse: molto simpatici.

Ich habe dann doch ein anderes Hotel gewählt.

Bei der Preisverleihung war der italienische Botschafter anwesend. Also habe ich rasch gegoogelt, wie man einen Botschafter anspricht, denn so häufig habe ich ja nicht mit solchen Menschen zu tun. »Exzellenz« ist das richtige Wort.

Christine Frank und Antonella Rossi vom italienischen Tourismusverband und ein kamerascheuer Preisträger.
Na, geht doch!
Meine Lieblingsbeschäftigung: Reden halten und vergessen, was ich mir vorher an brillanten Scherzen zurechtgelegt habe.
Einer der Gewinne: Ein Jahr lang Kaffee. Wirklich toll!
Stars auf dem Roten Teppich. (Derzeit in der Reinigung.)

Fotos mit dem Botschafter zeige ich euch nächste Woche, die sollten mir zugeschickt werden, müssen aber wahrscheinlich erst durch die Sicherheitskontrolle.

Donnerstag, 20. Oktober

Auf der Rückfahrt im Zug Richtung Süden gilt es, ein Klischee zu widerlegen und eines zu bestätigen. Das Englisch des Zugpersonals bei den Durchsagen ist sehr gut geworden. Das th wurde mit einer Leidenschaft gelispelt, dass beinahe ein unsichtbares Sprühwölkchen durch den Großraumwagen zog. Also, liebe Kabarettisten: Die Witze darüber könnt ihr euch so langsam abgewöhnen. Aber was nach wie vor zu beobachten ist: Deutsche können wirklich nicht bahnfahren, ohne dabei zu essen. Nach spätestens zwanzig Minuten werden auch auf kürzester Strecke Käsesemmeln und Salate und hartgekochte Eier hervorgezaubert. Neben mir saß ein junger, sehr geschäftiger Geschäftsmann, der, während er die Kopfhörer aufhatte und mit einer Hand auf seinem Laptop herumtippte, mit der anderen Hand erst zwei Croissants und dann irgendwas Belegtes aus dem Bordbistro verspeiste. Junge, was ist nur los mit dir?

Aber nun wünsche ich euch ein schönes Wochenende. Mehr Lesestoff von mir findet ihr hier.

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Die besten Pasta-Tipps von Meister-Blogger Domenico Gentile.

Alles über die Pizza von Italiens Pizza-Expertin Barbara Guerra.

Warum ein deutscher Sternekoch bei seiner italienischen Schwiegermutter nicht an den Herd darf. 

Alles über die große, gesunde Amalfizitrone.

Das beste Rezept für Bolognese-Sauce.

Das beste Rezept für Spaghetti vongole.

Lesestoff

Das Italien-Prinzip zum Glück.

Alpenkrimis? Gern.

Schwangere, werdende Väter, Babys oder Kleinkinder in der Nähe? Mit diesem Bestseller aus Versehen wird euch geholfen.

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Krimi-Lektüre, um euch auf Venedig einzustimmen.

Alles für euren Urlaub – Italien 

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