Urlaub in Italien, Grado, Venedig – alles, was ihr wissen müsst, täglich aktualisiert

Bringen wir Ordnung ins Wirrwarr: Hier kommen alle Fakten, die ihr für den Sommer braucht, ob Grenzen, Hotels, Restaurants oder Masken. Da ich den Text ständig aktualisiere, merkt euch die Seite als Lesezeichen und schaut immer mal wieder vorbei. Bei Fragen: jederzeit melden!

Der Stand der Dinge: Donnerstag, 28. Mai.

GRENZEN

Update 28. Mai: Jetzt gibt es mächtig Zoff der italienischen Regionen untereinander: Sizilien und Sardinien wollen vorerst keine Touristen aus Mailand und der Lombardei, und Apulien hat eine zweiwöchige Quarantäne für Italiener aus anderen Regionen angekündigt. Einige Politiker fordern gar eine Art Gesundheitspass samt einem negativen Virentest. Die Mailänder reagieren mächtig angefressen; der Bürgermeister sagt, man werde sich »merken«, wer sich »antisolidarisch« verhalten habe.

Update 28. Mai: Das Filmfestival in Venedig soll wie geplant im September steigen; das verkündete Luca Zaia, der Regierungschef Venetiens. Das ist deswegen interessant, weil es die erste internationale Großveranstaltung in Italien ist, die sich schon jetzt zum Stattfinden bekennt. Natürlich werden die üblichen Abstands- und Hygieneregeln gelten. Ein Selfie mit George Clooney ist also unwahrscheinlich.

Ab dem 3. Juni öffnet Italien alle seine Grenzen für EU-Bürger sowie für Einwohner aus der Schweiz, Liechtenstein und diesem albernen Monaco. Das bedeutet konkret, dass Deutsche und Österreicher auch ohne dringende Notwendigkeit nach Italien reisen dürfen – sprich, sie dürfen ganz entspannt urlauben, am Strand faulenzen und sich von Pasta und Weißwein ernähren. Vor allem müssen sie nicht mehr in eine zweiwöchige Quarantäne, wie es zuvor der Fall war – wenn man sich überhaupt irgendwie bis Italien hätte durchschlagen können.

Update 23. Mai: Die Tageszeitung Il Piccolo meldet soeben, dass Österreich die Einreise von Deutschen und Schweizern nach Italien erlaubt, Touristen also nicht an der Weiterfahrt nach Italien hindert – sofern sie sich verpflichten, nicht in Österreich zu halten. Das Blatt zitiert ÖVP-Politiker Hermann Gahr. Die Behauptung, Österreich würde die Grenzen blockieren, sei ein »Märchen«. Noch fehlt eine offizielle Bestätigung von österreichischer Seite. Aber: Es bewegt sich etwas.

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Zur Not fahren wir über die Großglockner-Hochalpenstraße gen Süden. Wie Oma und Opa. (Quelle: Metroverlag Wien, »Vintage Alpen«)

Wo ist das Problem? Das Problem bleibt weiterhin, dass in Deutschland noch eine Reisewarnung für ganz Europa bis zum 14. Juni gilt. Derzeit versuchen die norditalienischen Regionen, auf Österreich und Deutschland einzuwirken, die Grenzen schon vor dem 14. Juni zu öffnen. Österreichs Bundeskanzler Kurz sieht dafür »keine Perspektive« – noch nicht. Zugleich bemühen sich österreichische Politiker aber, die Deutschen zu einer früheren Grenzöffnung zu bewegen.

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Hach ja, das waren noch Werbeplakate.

Möglich also, dass die Grenzen schneller öffnen. Möglich auch, dass Österreicher und Deutsche, die nach Grado wollen, schon früher von der »slowenischen Route« profitieren könnten – einer Einreise über Slowenien nach Italien.

Update 19. Mai: Gerade kommt die Meldung, dass Slowenien entgegen der Ankündigung vom Wochenende nun doch einen Rückzieher macht und diese Route frühestens am 3. Juni ermöglicht, da man nun auf verbindliche Regeln mit den Nachbarländern und auf Vorgaben der EU wartet.

Update 21. Mai: Bei einer Videokonferenz der zuständigen Minister ist ein EU-weites Vorgehen abgesprochen worden. Möglich, dass ab dem 15. Juni tatsächlich EU-weit die Grenzen wieder öffnen – mit Einschränkungen für besonders betroffene Regionen. Noch ist nichts konkret, aber der Wille, diesen wichtigen Sektor langsam wieder hochzufahren, ist überall vorhanden.

Update 23. Mai: Die Region Friaul-Julisch Venetien verhandelt derzeit mit Slowenien über eine beiderseitige Grenzöffnung.

Update 28. Mai: Die gegenseitige Grenzöffnung zwischen Friaul-Julisch Venetien und Slowenien ist beschlossene Sache. Erste Deutsche und Österreicher sind über Slowenien nach Grado gelangt. Es gab keinerlei Kontrollen – auch wenn ich hier keine Empfehlung dafür aussprechen möchte.

RESTAURANTS

Wie sieht es in Italien selbst aus? Hier fährt alles wieder hoch. In Grado und Venedig dürfen seit dem 18. Mai Bars, Cafés, Pizzerien und Restaurants öffnen. Nicht alle öffnen allerdings auch; viele Restaurants warten ab, bis auch der Tourismus komplett anläuft.

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Spaghetti vongole. So einfach, so gut, so südlich.

Ein paar Beispiele: In Grado haben das populäre »Laura e Christian Spaghetti House«, das beschauliche »In Stralonga«, das »La Darsena« mit dem großartigen Pizzaiolo Vincenzo und die noble »Tavernetta all’Androna«, die »Trattoria Santa Lucia« sowie das »Corallo« in Aquileia am 22. Mai geöffnet, das neue »Portobuso« und die Pizzeria »Bella Grado« am Hafen ist schon seit dem 18. Mai offen. Viele weitere Restaurants, die noch im Take-Away-Modus sind, werden in diesen Tagen nachziehen.

Strände und Beachclubs dürfen ebenfalls zum 18. Mai öffnen, die ersten Sonnenschirme stehen. Als großer Eröffnungstag gilt der 30. Mai. Museen, Bibliotheken und Kirchen sind ebenfalls wieder offen, zudem jede Art von Einzelhandel. Friseure dürfen endlich ran an die Mähnen. Interessant: Der Ministerpräsident des Friaul hat die Sonderregelung »24 su 24« verkündet. Wer kann und das entsprechende Personal hat, darf rund um die Uhr geöffnet sein, auf jeden Fall aber ein paar Stunden länger als üblich. Das dürfte beispielsweise vielen Friseuren entgegen kommen, die sich vor Anfragen kaum retten können.

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Dieser Bagnino macht in Sachen Abstand alles richtig.

Seit dem 25. Mai ziehen in ganz Italien Schwimmbäder und Fitnessstudios nach, während Golf, Tennis und Wassersport schon seit einer Woche erlaubt ist. Eine Ausnahme ist unser Friaul, wo Schwimmbäder und Gyms schon ab dem 18. Mai öffnen dürfen. In Grado sind beide Strukturen allerdings noch geschlossen (Stand 28. Mai).

Mit anderen Worten: Italien ist vorbereitet und freut sich auf die Touristen.

Noch sind Reisen innerhalb Italiens zwischen den Regionen ohne triftigen Grund untersagt – diese Einschränkung fällt am 3. Juni.

Dass überall Einschränkungen gelten, versteht sich von selbst. Besonders wichtig ist die Distanzpflicht, die auch an den Stränden, Bars und Trattorien gilt.

Update 28. Mai: Weil ich immer wieder gefragt werde – nein, man muss nicht mit der Maske unterm Sonnenschirm liegen oder mit der Maske ins Wasser gehen, und es gibt auch keine Zeitbegrenzung für das Baden im Meer. Der einzige Unterschied: In den Beachclubs herrscht jetzt Tischbedienung, um Menschenansammlungen an der Theke zu vermeiden. Wenn ihr mich fragt: ein Fortschritt!

HOTELS

Was ist mit den Hotels? Theoretisch dürfen ab dem 18. Mai auch Hotels und Agriturismi wieder öffnen. Hier hält man sich noch zurück. Die Auflagen sind enorm; so darf nur die Hälfte der Zimmer belegt werden. Auch traditionelle Frühstücksbüffets sind vorerst verboten. Die venezianischen Hotelbetreiber haben zudem einen zehnseitigen Maßnahmenkatalog zu erfüllen, in dem es um präzise Desinfektionsmaßnahmen und Abstandsregelungen geht. Hier gehen die Vorgaben von der Zentralregierung an die Regionen über, die autonom entscheiden dürfen.

In Grado und Venedig haben die großen Hotels noch geschlossen; Änderungen werden in diesem Text verkündet. Ein Beispiel: Das bei Österreichern beliebte Savoy in Grado macht voraussichtlich am 12. Juni auf. Der neue Agriturismo Ca‘ Delneri in Aquileia öffnete pünktlich am 18. Mai.

UPDATE 22. Mai: Das Hotel Ville Bianchi öffnet heute. Damit hat das erste große Hotel in Grado seinen Betrieb aufgenommen.

Einige meiner Lieblingshotels in anderen Regionen haben gerade angekündigt, am 29. Mai (Torre Coccaro, Apulien) und am 25. Juni (Il Pellicano, Toskana) zu öffnen. (Ein Link zu meinen Lieblingshotels in ganz Italien steht am Ende dieses Textes.)

Möglich, dass Ferienapartments die Gewinner der Krise sein werden. In einem geräumigen Apartment wohnt es sich tendenziell sicherer als in einem Hotel. An dieser Stelle weise ich ausnahmsweise darauf hin, dass die Firma meiner Frau schöne Ferienapartments in Grado vermietet, info@gradese.it. Lasst euch nicht von der Webseite abschrecken, wir basteln gerade dran.

Update 20. Mai: Einige Leser haben mich nach den Campingplätzen gefragt – auch deswegen eine gute Frage, weil Campingplätze ja laut Experten ebenfalls zu den »Corona-Gewinnern« gehören werden: Abstände lassen sich dort gut einhalten, die privaten Rückzugsräume sind sicher. Gerade gestern habe ich eine Radtour gemacht, die an allen Plätzen in Grado vorbeiführte. Als erster Platz machten Al Bosco und Punta Spin am 22. Mai auf – wenngleich die Gäste vorerst nur aus der Region Friaul-Julisch Venetien kommen dürfen.

MASKEN

Wer vor die Tür geht, muss eine Maske dabei haben; wer Lebensmittel kauft, braucht zusätzlich Handschuhe. Premierminister Conte sagte aber explizit, dass man nicht immer eine Maske tragen müsse. So ist es beim Sport, fernab von anderen, nicht notwendig. Aber wann genau ist man »fernab von anderen«? Was ist mit Radwegen oder Spaziergängen am Strand? Es ist unmöglich, für jede mögliche zwischenmenschliche Begegnung verbindliche Regeln aufzustellen. Hier ist die Grauzone enorm, wie mir heute morgen ein Carabiniere bestätigte: »Für mich mag es in Ordnung sein, für meinen Kollegen vielleicht nicht.«

Maske hin oder her – nehmt aus diesem Text mit, dass wir hier wieder loslegen. Und dass der Sommer kommen kann.

Dieser Text wird ständig aktualisiert. Wenn ihr Fragen oder Ergänzungen habt, schreibt mir unter stefan.maiwald@golfjournal.de.

Alle Neuigkeiten in Grado 2020 – neue Restaurants, interessante Bars – lest ihr hier.

Und zeitlose Grado-Tipps stehen hier.

Die besten Tipps für Venedig gibt es gebündelt hier. Euer Herz schlägt eher für den Gardasee? Bitteschön. Oder für die Toskana? Also gut.

Wer bis dahin Südsehnsucht hat, liest dieses Buch:

Venedig-Krimi

Einzelheiten zum Krimi stehen hier.

Meine Lieblingshotels in Italien? Ecco.

Zu meiner munteren mediterranen Wochenschau geht es hier entlang.

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