Urlaub in Italien, Grado, Venedig – alles, was ihr wissen müsst. Aktualisiert am 15.1.2021

Hier kommen alle Fakten, die ihr für den Urlaub braucht, ob Grenzen, Hotels, Restaurants oder Masken. Da ich den Text ständig aktualisiere, merkt euch die Seite als Lesezeichen und schaut immer mal wieder vorbei. Bei Fragen: jederzeit melden!

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Der Stand der Dinge: Freitag, 15. Januar

Autsch! Ab nächste Woche (also ab dem 18. Januar) sind wir orange. Sehr ärgerlich. Denn die Infektionszahlen sind im Friaul immer noch niedrig – allerdings sind die Intensivbetten nah an der Auslastung. Wichtigste Änderung im täglichen Leben: Die Cafés und Restaurants müssen erneut dicht machen und dürfen nur noch Speisen und Getränke zum Mitnehmen anbieten. Auch Venetien bleibt, wie schon in der Vorwoche, orange.

Und: Offenbar sollen die Skipisten erst am 15. Februar öffnen. Damit hätte sich die Wintersaison in Italien so gut wie erledigt; möglich, dass hier noch nachjustiert wird, wenn die Zahlen rasch sinken.

Der Stand der Dinge: Samstag, 9. Januar

Jetzt ist es offiziell: Das Friaul wird ab dem 11. Januar zur gelben Zone, damit herrscht hier die niedrigste Warnstufe. Geschäfte, Cafés und Restaurants dürfen öffnen, die Bewegungsfreiheit ist wieder voll gegeben – allerdings nur innerhalb der Region. Weiterhin gilt allerdings, dass um 18 Uhr mit der Bewirtung Schluss sein muss, und die Einkaufszentren müssen am Wochenende schließen. Auch die Fitnessstudios und Schwimmbäder bleiben noch dicht, die Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr bleibt ebenfalls bestehen.

Das Veneto dagegen wird ab dem 11. Januar orange. Dort müssen beispielsweise Bars, Restaurants und Geschäfte noch geschlossen bleiben, auch die Bewegungsfreiheit ist eingeschränkt: Die eigene Kommune darf nur mit einem zwingenden Grund verlassen werden.

Interessant für Winterurlauber: Ab dem 18. Januar eröffnen die Skipisten. Deutsche und Österreicher, die einen negativen Test vorweisen können, der nicht älter als 48 Stunden ist, müssen in Italien nicht in Quarantäne.

Der Stand der Dinge: Mittwoch, 6. Januar

So lautet der aktuelle Regierungsbeschluss: Bis zum 31. Januar bleibt jedes Wochenende mindestens »orange«. Bars und Restaurants dürfen Speisen nur zum Mitnehmen anbieten, auch die Geschäfte bleiben Samstag und Sonntag geschlossen – bis auf das Wochenende vom 9. bis 10. Januar, dann dürfen die Läden geöffnet bleiben. Vermutlich, damit Zeit bleibt, um die Weihnachtsgeschenke umzutauschen. Unter der Woche regelt dann jede Region nach den aktuellen Fallzahlen, ob sie Gelb, Orange oder gar Rot ist. Gelb bedeutet beispielsweise, dass Bars und Restaurants immerhin bis 18 Uhr geöffnet haben dürfen. Danach sieht es im Friaul aufgrund der geringen Fallzahlen derzeit aus, während Venetien befürchtet, auch unter der Woche orange eingestuft zu werden.

Bis zum 15. Januar bleibt der Übertritt von Region zu Region untersagt, wenn nicht zwingende Gründe vorliegen. Auch der Besuch von Verwandten ist streng geregelt. Und bis zum 31. Januar bleibt die Ausgangssperre ab 22 Uhr bestehen.

Der Stand der Dinge: Sonntag, 3. Januar 2021

Erst einmal wünsche ich euch allen ein gesundes, glückliches und möglichst maskenfreies neues Jahr! Wie sieht es in Italien aus? Bis einschließlich zum 6. Januar sind wir landesweit im kompletten Lockdown, nur am Montag, den 4. Januar, werden einige Regeln aufgehoben, beispielsweise sind an diesem Tag – und nur an diesem Tag – die Geschäfte wieder geöffnet. Ab dem 7. Januar soll dann, wenn die Zahlen es zulassen, wieder hochgefahren werden, wie es so schön heißt; beispielsweise sollen die Kinder wieder in die Schule dürfen. Dahinter steht allerdings, trotz fallender Infektionszahlen, noch ein riesiges Fragezeichen. Dennoch sieht es so aus, als seien wir auf der vorsichtigen Rückkehr in die Normalität. Die Maske aber wird uns noch lange Zeit begleiten. Wichtiges Update zu Venedig: Die staatlichen Museen sollen noch bis mindestens April geschlossen bleiben. Ohnehin ist die Region Venetien wegen hoher Fallzahlen gefährdet, dass die strengen Maßnahmen länger andauern werden, während es im Friaul, wie ja schon während der gesamten Epidemie, recht gut aussieht. Am 5. Januar soll darüber entschieden werden, wie genau es weitergeht – etwa mit Schulen, Sportstätten, Restaurants.

Aktuelle Meldung: Die italienischen Skipisten bleiben auf jeden Fall bis zum 18. Januar geschlossen.

Der Stand der Dinge: Sonntag, 6. Dezember

Jede Menge gute Nachrichten – und eine ganz schlechte. Als erstes: Die Infektionszahlen fallen so deutlich, dass in vielen Regionen die Corona-Ampel auf Gelb fällt, die niedrigste Stufe. Damit dürfen auch im Friaul ab heute wieder Bars und Restaurants öffnen. Nur bis 18 Uhr und mit den üblichen Einschränkungen zwar, aber immerhin. Endlich wieder Cappuccino am Morgen in der Bar! Und auch die gemeinsamen Mittagessen der Großfamilie in den Restaurants sind wieder möglich. Natürlich dürfen nicht mehr als vier Personen am Tisch sitzen, man muss also entsprechend auseinanderrücken, Oma in der Mitte platzieren und ordentlich schreien.

Die schlechte Nachricht: Ab Donnerstag, 10. Dezember, gilt eine Quarantänepflicht für alle Ausländer, die nach Italien einreisen. Deutsche und Österreicher, die kommen wollen, müssen sich innerhalb von 48 Stunden einem Covid-Test unterziehen oder sich in freiwillige Quarantäne begeben. Diese Regelung gilt vorerst bis zum 15. Januar.

Und noch strenger soll es über die Weihnachtsfeiertage zugehen. Wer vom 21. Dezember bis zum 6. Januar nach Italien will, muss einen triftigen Grund vorweisen können. Mit aller Macht soll eine Ausbreitung des Virus während dieser Zeit der Begegnungen verhindert werden. 

Der Stand der Dinge: Samstag, 14. November

Das ging schnell: Ab morgen, Sonntag, wird auch das Friaul auf orange gesetzt, entgegen den erklärten Willen der Landesregierung, und auch die Infektionszahlen hätten einen Verbleib auf Stufe gelb gerechtfertigt. Die beiden wichtigsten Änderungen: Bars und Restaurants schließen komplett, nur Abholservice und Lieferdienste bleiben erlaubt. Und: Reisen von Provinz und Provinz dürfen nur noch bei dringenden Anlässen unternommen werden.

Der Stand der Dinge: Freitag, 13. November

Das Friaul bleibt gelb, also auf der niedrigsten Corona-Warnstufe. Dennoch werden die Maßnahmen ab heute ein klein wenig verschärft. Supermärkte sollen in den ersten beiden Stunden nur für die Risikogruppe Ü65 betreten werden, und nur eine Person pro Familie soll für die Einkäufe zuständig sein. Ab 15 Uhr darf in den Bars nur noch gesessen und nicht mehr am Tresen fabuliert, geschimpft und gelacht werden. Der ursprüngliche Plan, Reisen von Provinz zu Provinz zu verbieten, also etwa von Grado nach Triest – außer für die Arbeit oder in Notfällen – ist vorläufig vom Tisch.

Der Stand der Dinge: Donnerstag, 5. November

Große Erleichterung: Italien ist nun in drei Gefahrenzonen unterteilt – Gelb, Orange und Rot. Von der ursprünglichen Farbe Grün (statt Gelb) hat man sich verabschiedet, weil sie wohl zu viel Sicherheit suggerierte. Jedenfalls ist unser Friaul gelb, und damit geht das Leben relativ normal weiter, immerhin dürfen die Restaurants noch offen haben (natürlich mit den üblichen Restriktionen), für alle Schüler von der sechsten Klasse aufwärts gilt Heimunterricht – aber wir können noch ganz normal weiter vor die Tür gehen, in andere Provinzen reisen, Sport machen und vor allem am Morgen einen Cappuccino in der Bar trinken, was ich in genau diesem Moment auch tue. In den roten Zonen, etwa in der Lombardei, herrscht dagegen ein nahezu totaler Lockdown.

Der Stand der Dinge: Mittwoch, 4. November

Ab morgen sollen landesweit die neuen Restriktionen gelten – eine Ausgangssperre ab 22 Uhr, Unterricht ab der sechsten Klasse nur noch von daheim, nun schließen auch Museen, und Einkaufszentren dürfen nicht mehr am Wochenende öffnen. Zudem sollen die Regionen mit Codes versehen werden, von Grün über Orange bis Rot. In den letzten beiden Stufen greifen weitere Restriktionen, etwa die Schließung von Bars und Restaurants. Es ist noch nicht klar, wie die Landesregierungen diese Regelungen umsetzen. Die Frage ist beispielsweise, ob nach Regionen der nach Provinzen unterschieden wird. Letzteres wäre gut für uns hier in Grado in der Provinz Gorizia mit wenigen Fallzahlen. Die Region Friuli Venezia Giulia steht dagegen genau auf der Kippe zwischen Grün und Orange. Die Ampelfarben sollen alle fünf bis sieben Tage an die neuen Fallzahlen angeglichen werden.

Der Stand der Dinge: Montag, 26. Oktober

Die Regierung hat einen Mini-Lockdown beschlossen: Die Reisefreiheit bleibt bestehen, aber Bars und Restaurants müssen um 18 Uhr schließen – ein harter Schlag für die italienische Lebensart. Take-away-Services nach 18 Uhr bleiben aber erlaubt, auch der caffè am Morgen ist nicht gefährdet. Schwimmbäder und Fitnessstudios müssen erneut dichtmachen. Wichtige Information für Reisende, die sich nicht abschrecken lassen: Zwar schließen auch Kinos und Konzertsäle, Museen bleiben aber geöffnet. Die Maßnahmen sollen bis zum 24. November gelten.

Der erste Lockdown im März und April hat uns den Sommer gerettet; hoffentlich wird uns dieser Mini-Lockdown unbeschwerte Weihnachtstage ermöglichen.

Der Stand der Dinge: Donnerstag, 22. Oktober

Au weia, jetzt geht es mit den Reisewarnungen doch wieder los. Die deutsche Bundesregierung erklärt die gesamte Schweiz und Österreich außer Kärnten ab Samstag zum Risikogebiet, und auch viele italienische Regionen sind betroffen: das Aostatal, die Lombardei, das Piemont, die Toskana, Venetien, Latium, die Abruzzen, Umbrien, die Emilia-Romagna, Südtirol sowie leider auch Friaul-Julisch Venetien. Das bedeutet zwar nicht, dass ihr nun nicht mehr nach Grado oder Venedig könnt – aber ab Samstag ist bei der Rückkehr entweder eine vierzehntägige häusliche Quarantäne oder ein negativer Covid-Test vorgeschrieben. In Tirol haben einige Hotels bereits kostenlose Tests ermöglicht, ich bin gespannt, wie die italienischen Hoteliers reagieren. Immerhin: Das österreichische lange Wochenende durch den Nationalfeiertag am 26. Oktober ist nicht gefährdet.

Der Stand der Dinge: Freitag, 16. Oktober

Gestern Abend verkündete der Ministerpräsident Kampaniens, Vincenzo De Luca, dass dort die Schulen bis Ende Oktober schließen. De Luca ist ein echter Hardliner und hatte zu Beginn der Pandemie bei einer Live-Ansprache verkündet, er werde »Militär mit Flammenwerfern« zu all denen schicken, die sich nicht an die Lockdown-Regeln halten würden.

Der Stand der Dinge: Montag, 12. Oktober

Das sind die neuen Corona-Regeln in Italien:

– Restaurants und Bars müssen um 24 Uhr schließen und dürfen Alkohol nur bis 22 Uhr ausschenken.

– Ab 21 Uhr darf man sich nicht mehr vor den Lokalen oder auf der Piazza versammeln.

– Feste sind verboten, auch Privatfeste sollen untersagt sein, wobei Letzteres offenbar morgen zu einer »Empfehlung« abgestuft wird – ein Verbot wäre ein zu starker Eingriff in die Privatsphäre der Bürger.

– Amateur-Mannschaftssport wird ausgesetzt, nur der Profisport darf weitermachen.

– Thema Maske: Beim Flanieren gehört sie aufgesetzt, beim Sport aber nicht – Nordic Walking, Joggen, Radfahren ist also ohne Maske erlaubt, auch sportliches Spazierengehen. (Ja, hier tut sich eine gewaltige Grauzone auf.)

– Generell muss eine Maske immer mitgeführt werden.

– Dafür wird die Quarantäne von vierzehn auf zehn Tage reduziert.

Der Stand der Dinge: Freitag, 9. Oktober

Die Schweiz hat eine Reisewarnung für mittlerweile vier italienische Regionen ausgegeben, die am 12. Oktober in Kraft tritt – neben Ligurien betrifft das auch Venetien, Kampanien und Sardinien. Wer aus diesen Regionen zurück in die Schweiz kehrt, muss vierzehn Tage in die häusliche Quarantäne. Ligurien, das schon seit ein paar Tagen auf der Liste steht und bei vielen Schweizern als Urlaubsziel beliebt ist, hat heftig gegen die Reisewarnung protestiert (denn nur in La Spezia ist die Lage ernst), aber die Schweizer verfahren nach einer eisenharten Arithmetik: Wenn in einer Region mehr als 60 Fälle pro 100.000 Einwohner festgestellt werden, kommt sie auf die Quarantäneliste. Übrigens sind von den deutschen Bundesländern Hamburg und Berlin auf der Liste.

Der Stand der Dinge: Mittwoch, 7. Oktober

Die eigentlich angekündigte Schließung der Restaurants ab 23 Uhr ist nun doch nicht in Kraft getreten. Gut so! Auch bei der Maskenpflicht ist die Umsetzung nicht so sehr verschärft worden wie angekündigt – zwar soll sie auch im Freien getragen werden, aber nicht beim Strandspaziergang mit der Liebsten. Vereinfacht gesagt: Nicht nur im Supermarkt sollen die Masken aufgesetzt werden, sondern auch auf dem Parkplatz auf dem Weg zum Auto. Klar, dass es viele Graubereiche gibt. Aber inzwischen haben wir alle ja die Maske immer griffbereit. Die angedrohten Strafen sind allerdings saftig – bis zu 1000 Euro. Sollte euch also beim Strandspaziergang ein flanierender Polizist entgegenkommen, dann doch lieber auf damit!

Der Stand der Dinge: Dienstag, 6. Oktober

Nach einem unbeschwerten Sommer ist jetzt auch Italien in der zweiten Welle – wenngleich sie viel glimpflicher abläuft als in fast allen anderen Ländern (sagt sogar Angela Merkel). Die erstaunliche Disziplin der Italiener zahlt sich jetzt aus, das Maskentragen wird überall befolgt. Dennoch gibt es eine leichte Verschärfung der Regeln: Masken sollen ab morgen auch beim Bummeln durch die Stadt getragen werden, also nicht mehr nur in geschlossenen Räumen. Und: Restaurants und Bars müssen ab 23 Uhr schließen. Alles kein Drama, nach dem Lockdown vom März und April regen diese Maßnahmen keinen mehr auf. Und verhindern auch nicht einen entspannten Urlaub.

Der Stand der Dinge: Sonntag, 16. August

Eine Neuheit gibt es jetzt doch: Um eine zweite Ansteckungswelle zu vermeiden, werden Tanzveranstaltungen in Italien bis zum 7. September geschlossen, außerdem ist bei der movida, dem typischen Bummel rund um die Piazza von 18 Uhr bis zum nächsten Morgen, eine Maske Pflicht. Die Diskotheken haben weiterhin geöffnet, auch Getränke dürfen weiterhin serviert werden – bloß die Tanzfläche bleibt gesperrt.

Der Stand der Dinge: Samstag, 18. Juli

Alles ist wieder normal, der Sommer ist in vollem Gange. Es gibt keinerlei Hindernisse oder Einschränkungen. Nur die Spaßbäder sind teilweise noch geschlossen. Im Friaul gibt es seit Tagen keine Neuinfektionen, derzeit liegt kein einziger Patient auf der Intensivstation. Und sogar in Bergamo in der Lombardei, dem italienischen Hotspot schlechthin, hat nach harten 130 Tagen die Intensivstation ihren letzten Patienten entlassen.

Italien hat es früh erwischt, aber dafür ist es eben auch schneller abgeklungen, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, die vor einem Lockdown-Sommer stehen.

GRENZEN

Alles ist gut. Es gibt an der österreichischen und italienischen Grenze keinerlei Kontrollen, nur am Walserberg (A8) steht noch die Kontrollstelle der deutschen Polizei bei der Rückreise aus Österreich, die ursprünglich wegen der Flüchtlingskrise eingerichtet wurde.

Die Grenzen sind offen, für Rückkehrer sind weder Heimquarantäne noch negative Virentests notwendig.

RESTAURANTS

Grado ist im Vollbetrieb, alle Restaurants haben wieder geöffnet. Tipps für Grado stehen hier.

Auch Venedig empfängt wieder Touristen. Alles über die ersten Tage nach den offenen Grenzen könnt ihr hier nachlesen.

HOTELS

Nahezu alle Hotels sind offen – natürlich unter strengen Auflagen; so bleiben einige Zimmer geschlossen, beim Frühstücksbüffet soll der Abstand beachtet werden. Desinfektionsmittel stehen überall, auch mit Masken helfen die meisten Betriebe aus. Es ist zweifellos ein guter Sommer für Apartmentwohnungen und Campingplätze, wo die Ansteckungsgefahr geringer ist.

MASKEN

Die Maskenpflicht ist so gut wie aufgehoben. Sie muss nur dann angelegt werden, wenn der Mindestabstand von einem Meter nicht eingehalten werden kann, etwa in den kleinen Tante-Emma-Läden. Ganz sicher muss niemand mit Maske im Meer baden.

Wen es interessiert: In den folgenden Einträgen könnt ihr nachlesen, wie sich die Dinge in den letzten Wochen und Monaten entwickelt haben. Das ist ja vielleicht einmal für kommende Generationen interessant…

Update 9. Juni: Wichtige Nachricht aus Österreich: Außenminister Alexander Schallenberg nannte gestern Abend als Termin für die Grenzöffnung nach Italien, wenngleich unter Vorbehalten, den 15. Juni. Das war zwar allgemein erwartet worden, weil es mit dem EU-Vorgehen übereinstimmt, aber dies ist das erste Mal, dass ein Mitglied der Regierung dieses Datum konkret benennt. So wie es aussieht, kehrt also nächste Woche Normalität ein. Wunderbar!

Update 3. Juni: Die neue Reisefreiheit ist seit heute in Kraft, sowohl für EU-Ausländer und Schweizer, die nach Italien kommen, als auch für die Italiener selbst, die im Land umherreisen wollen. Es gibt aber einige Sonderregelungen in manchen Regionen: Das Latium schreibt ein Verbleiben im »Domizil« (Hotel, Apartment, Campingplatz) vor, falls der Reisende Fieber über 37,5 Grad bekommt. Dieses Dekret unterschrieb Landespräsident Zingaretti, der selbst mit dem Virus infiziert war. Apulien verlangt, dass der Reisende festhält, in welchen Restaurants, Museen oder ähnlichen Einrichtungen er zu Besuch war, so dass im Fall einer Infektion schnell gehandelt werden kann. Wenn ihr mich fragt: bürokratische Kleinigkeiten, die niemanden abschrecken sollten und die sich zudem in der Praxis bald erledigt haben werden. Denn wer Fieber hat, wird ja wohl selten in die nächste Großraumdiskothek stürmen. Auch Sizilien und Sardinien planen ähnliche Maßnahmen – Sardinien pochte lange auf eine Art Gesundheitspass –, doch wie genau die Regelungen dort aussehen, ist noch unklar. Sie dürften jedoch nicht schärfer ausfallen als die Regeln im Latium und in Apulien.

Update 1. Juni: Ab dem 3. Juni dürfen Urlauber nach Italien reisen. Wer mit dem Auto aus Deutschland durch Österreich fährt, wird nicht aufgehalten – und im Gegensatz zu früheren Meldungen sind auch Tankstopps und kurze Pausen erlaubt. Das bestätigte Arno Kompatscher, Landeshauptmann von Südtirol, der Tageszeitung Die Welt. Dennoch empfiehlt es sich, beispielsweise einen Buchungsnachweis des Hotels mit sich zu führen.

Update 28. Mai: Jetzt gibt es mächtig Zoff der italienischen Regionen untereinander: Sizilien und Sardinien wollen vorerst keine Touristen aus Mailand und der Lombardei, und Apulien hat eine zweiwöchige Quarantäne für Italiener aus anderen Regionen angekündigt. Einige Politiker fordern gar eine Art Gesundheitspass samt einem negativen Virentest. Die Mailänder reagieren mächtig angefressen; der Bürgermeister sagt, man werde sich »merken«, wer sich »antisolidarisch« verhalten habe.

Ab dem 3. Juni öffnet Italien alle seine Grenzen für EU-Bürger sowie für Einwohner aus der Schweiz, Liechtenstein und diesem albernen Monaco. Das bedeutet konkret, dass Deutsche und Österreicher auch ohne dringende Notwendigkeit nach Italien reisen dürfen – sprich, sie dürfen ganz entspannt urlauben, am Strand faulenzen und sich von Pasta und Weißwein ernähren. Vor allem müssen sie nicht mehr in eine zweiwöchige Quarantäne, wie es zuvor der Fall war – wenn man sich überhaupt irgendwie bis Italien hätte durchschlagen können.

Update 23. Mai: Die Tageszeitung Il Piccolo meldet, dass Österreich die Einreise von Deutschen und Schweizern nach Italien erlaubt, Touristen also nicht an der Weiterfahrt nach Italien hindert – sofern sie sich verpflichten, nicht in Österreich zu halten. Das Blatt zitiert ÖVP-Politiker Hermann Gahr. Die Behauptung, Österreich würde die Grenzen blockieren, sei ein »Märchen«.

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Zur Not fahren wir über die Großglockner-Hochalpenstraße gen Süden. Wie Oma und Opa. (Quelle: Metroverlag Wien, »Vintage Alpen«)

Wo ist das Problem? Das Problem bleibt weiterhin, dass in Deutschland noch eine Reisewarnung für ganz Europa bis zum 14. Juni gilt. Derzeit versuchen die norditalienischen Regionen, auf Österreich und Deutschland einzuwirken, die Grenzen schon vor dem 14. Juni zu öffnen. Österreichs Bundeskanzler Kurz sieht dafür »keine Perspektive« – noch nicht. Zugleich bemühen sich österreichische Politiker aber, die Deutschen zu einer früheren Grenzöffnung zu bewegen.

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Hach ja, das waren noch Werbeplakate.

Möglich also, dass die Grenzen schneller öffnen. Möglich auch, dass Österreicher und Deutsche, die nach Grado wollen, schon früher von der »slowenischen Route« profitieren könnten – einer Einreise über Slowenien nach Italien.

Update 19. Mai: Gerade kommt die Meldung, dass Slowenien entgegen der Ankündigung vom Wochenende nun doch einen Rückzieher macht und diese Route frühestens am 3. Juni ermöglicht, da man nun auf verbindliche Regeln mit den Nachbarländern und auf Vorgaben der EU wartet.

Update 21. Mai: Bei einer Videokonferenz der zuständigen Minister ist ein EU-weites Vorgehen abgesprochen worden. Möglich, dass ab dem 15. Juni tatsächlich EU-weit die Grenzen wieder öffnen – mit Einschränkungen für besonders betroffene Regionen. Noch ist nichts konkret, aber der Wille, diesen wichtigen Sektor langsam wieder hochzufahren, ist überall vorhanden.

Update 23. Mai: Die Region Friaul-Julisch Venetien verhandelt derzeit mit Slowenien über eine beiderseitige Grenzöffnung.

Update 28. Mai: Die gegenseitige Grenzöffnung zwischen Friaul-Julisch Venetien und Slowenien ist beschlossene Sache. Erste Deutsche und Österreicher sind über Slowenien nach Grado gelangt. Es gab keinerlei Kontrollen – auch wenn ich hier keine Empfehlung dafür aussprechen möchte.

RESTAURANTS

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Spaghetti vongole. So einfach, so gut, so südlich.

Ein paar Beispiele: In Grado haben das populäre »Laura e Christian Spaghetti House«, das beschauliche »In Stralonga«, das »La Darsena« mit dem großartigen Pizzaiolo Vincenzo und die noble »Tavernetta all’Androna«, die »Trattoria Santa Lucia« sowie das »Corallo« in Aquileia am 22. Mai geöffnet, das neue »Portobuso« und die Pizzeria »Bella Grado« am Hafen ist schon seit dem 18. Mai offen. Viele weitere Restaurants, die noch im Take-Away-Modus sind, werden in diesen Tagen nachziehen.

Strände und Beachclubs dürfen ebenfalls zum 18. Mai öffnen, die ersten Sonnenschirme stehen. Als großer Eröffnungstag gilt der 30. Mai. Museen, Bibliotheken und Kirchen sind ebenfalls wieder offen, zudem jede Art von Einzelhandel. Friseure dürfen endlich ran an die Mähnen. Interessant: Der Ministerpräsident des Friaul hat die Sonderregelung »24 su 24« verkündet. Wer kann und das entsprechende Personal hat, darf rund um die Uhr geöffnet sein, auf jeden Fall aber ein paar Stunden länger als üblich. Das dürfte beispielsweise vielen Friseuren entgegen kommen, die sich vor Anfragen kaum retten können.

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Dieser Bagnino macht in Sachen Abstand alles richtig.

Seit dem 25. Mai ziehen in ganz Italien Schwimmbäder und Fitnessstudios nach, während Golf, Tennis und Wassersport schon seit einer Woche erlaubt ist. Eine Ausnahme ist unser Friaul, wo Schwimmbäder und Gyms schon ab dem 18. Mai öffnen dürfen. In Grado sind beide Strukturen allerdings noch geschlossen (Stand 28. Mai).

Mit anderen Worten: Italien ist vorbereitet und freut sich auf die Touristen.

Noch sind Reisen innerhalb Italiens zwischen den Regionen ohne triftigen Grund untersagt – diese Einschränkung fällt am 3. Juni.

Dass überall Einschränkungen gelten, versteht sich von selbst. Besonders wichtig ist die Distanzpflicht, die auch an den Stränden, Bars und Trattorien gilt.

Update 28. Mai: Weil ich immer wieder gefragt werde – nein, man muss nicht mit der Maske unterm Sonnenschirm liegen oder mit der Maske ins Wasser gehen, und es gibt auch keine Zeitbegrenzung für das Baden im Meer. Der einzige Unterschied: In den Beachclubs herrscht jetzt Tischbedienung, um Menschenansammlungen an der Theke zu vermeiden. Wenn ihr mich fragt: ein Fortschritt!

HOTELS

Update 11. Juni: Die Hotels Park Spiaggia und Mar del Plata der Familie Cedolin öffnen am 19. Juni, das Hotel Villa Reale am 25. Juni.

Was ist mit den Hotels? Theoretisch dürfen ab dem 18. Mai auch Hotels und Agriturismi wieder öffnen. Hier hält man sich noch zurück. Die Auflagen sind enorm; so darf nur die Hälfte der Zimmer belegt werden. Auch traditionelle Frühstücksbüffets sind vorerst verboten. Die venezianischen Hotelbetreiber haben zudem einen zehnseitigen Maßnahmenkatalog zu erfüllen, in dem es um präzise Desinfektionsmaßnahmen und Abstandsregelungen geht. Hier gehen die Vorgaben von der Zentralregierung an die Regionen über, die autonom entscheiden dürfen.

In Grado und Venedig haben die großen Hotels noch geschlossen; Änderungen werden in diesem Text verkündet. Ein Beispiel: Das bei Österreichern beliebte Savoy in Grado macht voraussichtlich am 12. Juni auf. Der neue Agriturismo Ca‘ Delneri in Aquileia öffnete pünktlich am 18. Mai.

Update 22. Mai: Das Hotel Ville Bianchi öffnet heute. Damit hat das erste große Hotel in Grado seinen Betrieb aufgenommen.

Einige meiner Lieblingshotels in anderen Regionen haben gerade angekündigt, am 29. Mai (Torre Coccaro, Apulien) und am 25. Juni (Il Pellicano, Toskana) zu öffnen. (Ein Link zu meinen Lieblingshotels in ganz Italien steht am Ende dieses Textes.)

Möglich, dass Ferienapartments die Gewinner der Krise sein werden. In einem geräumigen Apartment wohnt es sich tendenziell sicherer als in einem Hotel. An dieser Stelle weise ich ausnahmsweise darauf hin, dass die Firma meiner Frau schöne Ferienapartments in Grado vermietet, info@gradese.it. Lasst euch nicht von der Webseite abschrecken, wir basteln gerade dran.

Update 20. Mai: Einige Leser haben mich nach den Campingplätzen gefragt – auch deswegen eine gute Frage, weil Campingplätze ja laut Experten ebenfalls zu den »Corona-Gewinnern« gehören werden: Abstände lassen sich dort gut einhalten, die privaten Rückzugsräume sind sicher. Gerade gestern habe ich eine Radtour gemacht, die an allen Plätzen in Grado vorbeiführte. Als erster Platz machten Al Bosco und Punta Spin am 22. Mai auf – wenngleich die Gäste vorerst nur aus der Region Friaul-Julisch Venetien kommen dürfen.

MASKEN & ARTVERWANDTES

Update 4. Juni: Seit heute ist in Friaul-Julisch Venetien die Maskenpflicht abgeschafft – sie gilt nur noch für Geschäfte und Supermärkte. In Venetien ist die Maskenpflicht schon seit gestern aufgehoben.

Update 1. Juni: Ab heute gilt in Venetien keine Maskenpflicht mehr im öffentlichen Raum. Die Maske gehört nur in Geschäften und überall dort, wo es eng wird, vors Gesicht.

Update 28. Mai: Das Filmfestival in Venedig soll wie geplant im September steigen; das verkündete Luca Zaia, der Regierungschef Venetiens. Das ist deswegen interessant, weil es die erste internationale Großveranstaltung in Italien ist, die sich schon jetzt zum Stattfinden bekennt. Natürlich werden die üblichen Abstands- und Hygieneregeln gelten. Ein Selfie mit George Clooney ist also unwahrscheinlich.

Wer vor die Tür geht, muss eine Maske dabei haben; wer Lebensmittel kauft, braucht zusätzlich Handschuhe. Premierminister Conte sagte aber explizit, dass man nicht immer eine Maske tragen müsse. So ist es beim Sport, fernab von anderen, nicht notwendig. Aber wann genau ist man »fernab von anderen«? Was ist mit Radwegen oder Spaziergängen am Strand? Es ist unmöglich, für jede mögliche zwischenmenschliche Begegnung verbindliche Regeln aufzustellen. Hier ist die Grauzone enorm, wie mir heute morgen ein Carabiniere bestätigte: »Für mich mag es in Ordnung sein, für meinen Kollegen vielleicht nicht.«

Maske hin oder her – nehmt aus diesem Text mit, dass wir hier wieder loslegen. Und dass der Sommer kommen kann.

Dieser Text wird ständig aktualisiert. Wenn ihr Fragen oder Ergänzungen habt, schreibt mir unter stefan.maiwald@golfjournal.de.

Alle Neuigkeiten in Grado 2020 – neue Restaurants, interessante Bars – lest ihr hier.

Und zeitlose Grado-Tipps stehen hier.

Die besten Tipps für Venedig gibt es gebündelt hier. Euer Herz schlägt eher für den Gardasee? Bitteschön. Oder für die Toskana? Also gut.

Wer bis dahin Südsehnsucht hat, liest dieses Buch:

Venedig-Krimi

Einzelheiten zum Krimi stehen hier.

Meine Lieblingshotels in Italien? Ecco.

Zu meiner munteren mediterranen Wochenschau geht es hier entlang.

Und zurück zur Startseite kommt ihr hier.

6 Kommentare

  1. […] Das Friaul bleibt gelb, also auf der niedrigsten Corona-Warnstufe. Dennoch werden die Maßnahmen ab heute ein klein wenig verschärft. Supermärkte sollen in den ersten beiden Stunden nur für die Risikogruppe Ü65 betreten werden, und nur eine Person pro Familie soll für die Einkäufe zuständig sein. Ab 15 Uhr darf in den Bars nur noch gesessen und nicht mehr am Tresen fabuliert, geschimpft und gelacht werden. Der ursprüngliche Plan, Reisen von Provinz zu Provinz zu verbieten, also etwa von Grado nach Triest – außer für die Arbeit oder in Notfällen – ist vorläufig vom Tisch. Aktuelle Entwicklungen lest ihr, stets aktualisiert, hier. […]

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  2. […] Hurra, wir sind gelb! Die Infektionszahlen fallen so deutlich, dass in vielen Regionen die Corona-Ampel auf Gelb fällt, die niedrigste Stufe. Damit dürfen auch im Friaul ab heute wieder Bars und Restaurants öffnen. Nur bis 18 Uhr und mit den üblichen Einschränkungen zwar, aber immerhin. Endlich wieder Cappuccino am Morgen in der Bar! Und auch die gemeinsamen Mittagessen der Großfamilie in den Restaurants sind wieder möglich. Natürlich dürfen nicht mehr als vier Personen am Tisch sitzen, man muss also entsprechend auseinanderrücken, Oma an einem Tisch in der Mitte platzieren und ordentlich schreien. (Alle neuen Entwicklungen lest ihr, ständig aktualisiert, hier.) […]

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  3. […] Heute soll sich im Lauf des Tages entscheiden, wie es im Friaul weitergeht – bleiben wir gelb oder werden wir orange? Orange bedeutet vor allem, dass Bars und Restaurants, die bislang ja ohnehin nur bis 18 Uhr und nur wochentags geöffnet haben, wieder schließen müssen. Es beginnen dann also wieder Coffee-To-Go-Zeiten. Einzelheiten über die aktuellen Entwicklungen lest ihr wie immer auf dieser Seite. […]

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